Straßenbeleuchtung abgeschaltet  In Nortmoor wird es um 20 Uhr jetzt dunkel

| 03.11.2022 09:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Derzeit wird in vielen Orten entschieden, die Straßenbeleuchtung eher auszustellen. Symbolfoto: Ortgies
Derzeit wird in vielen Orten entschieden, die Straßenbeleuchtung eher auszustellen. Symbolfoto: Ortgies
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In Nortmoor hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, abends bereits um 20 Uhr die Straßenbeleuchtung auszuschalten. Es soll Energie gespart werden. Doch der Beschluss löst viele Diskussionen aus.

Nortmoor - In Deutschland soll kurz- und mittelfristig Energie eingespart werden. Auch der Gemeinderat in Nortmoor hat ausführlich über verschiedene entsprechende Maßnahmen diskutiert – und eine Entscheidung getroffen. Die Straßenbeleuchtung in der Gemeinde wird bereits um 20 Uhr abgeschaltet. Die Entscheidung hätten die Ratsfrauen und Ratsherren in Abwägung aller Vor- und Nachteile bewusst getroffen und stünden auch trotz gelegentlicher Anfeindungen zu ihrer Entscheidung, heißt es in einer Mitteilung. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen.“ Energie zu sparen sei das Gebot der Stunde. „Nicht nur die aktuelle Energiekrise, ausgelöst durch den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine, auch die sich immer weiter zuspitzende weltweite Klimakrise erfordern nicht nur ein Umdenken beim Verbrauch fossiler Brennstoffe, sondern eine unmittelbare Veränderung des Verbrauches von Energie jeglicher Art, auch des Stromverbrauches“, so die Mitglieder in einer gemeinsamem Mitteilung.

Die Gemeinde Nortmoor sieht sich hier in der Verantwortung als Vertreterin aller Einwohnerinnen und Einwohner, der Dorfgemeinschaft und des regionalen öffentlichen Interesses, um klar aufzuzeigen: „Wir sind uns der aktuellen Situation und der Notwendigkeit der Veränderung bewusst.“ Nortmoor nehme seine Verantwortung für sich und die Welt an, zeige sich solidarisch mit allen betroffenen Menschen und vor allem den zukünftigen Generationen. Man positioniere sich als zukunftsorientierte, wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltige, aktiv handelnde Gemeinde.

Zeigen, dass man das Verhalten ändern müsse

Der Gemeinderat betont, dass es nicht nur darum gehe, mit ohnehin schon stromsparenden Straßenlaternen relativ wenige Kilowattstunden Strom einzusparen und damit die Gemeindekasse angesichts steigender Energiepreise zu entlasten. „Es geht vielmehr darum zu zeigen: Seht her, wir alle müssen unser Verhalten ändern, Energie sparen, anders handeln, manche Annehmlichkeit aufgeben um Existentielles für uns und alle zu bewahren“, heißt es weiter.

„Wir sind uns bewusst, dass das subjektive Sicherheitsgefühl auf dunklen Straßen sinkt“, so die Ratsmitglieder. „Wir finden aber, dass angesichts realer Gefährdungen von kriegerischen und wirtschaftlichen Konflikten, dem Wandel des Klimas und seiner Folgen, denen wir ausgesetzt sind, die wir aber oft nicht sehen (wollen), die abendlich dunkle Straße uns alle daran erinnern kann, solidarisch zu sein, miteinander die Herausforderungen der Gegenwart für eine gelingende Zukunft anzunehmen.“

Veränderungen würden immer zunächst meist als Störung des Gewohnten empfunden und abgelehnt. „Doch wir in Nortmoor setzen Zeichen, wir als Dorfgemeinschaft meistern den Wandel“, so der Gemeinderat. Die abendlich gelöschte Straßenlaterne bringt Menschen zum Nachdenken. Die meisten Einwohnerinnen und Einwohner Nortmoors, insbesondere die junge Generation, die um ihre Zukunft bangt, und die ältere Generation, die noch um Entbehrung weiß, verstünden und unterstützten die aktuellen Energiesparmaßnahmen. „Manche Diskussionen dauern aber auch an“, heißt es. Das sei gut so, „denn lebendige Demokratie braucht den Diskurs und die Verständigung“.

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