Verkehrsführung Barßel kauft Haus an zentraler Kreuzung
Um die Verkehrsführung auf der Kreuzung in Barßels Ortsmitte zu verbessern, hat die Gemeinde ein weiteres Haus gekauft. Sie will es abreißen lassen. Doch zunächst soll es noch anderen Zwecken dienen.
Barßel - Die zentrale Kreuzung in der Ortsmitte Barßel wird aus- und umgebaut. Dort bilden sich immer wieder lange Staus. Abbiegespuren sollen Abhilfe schaffen. Besonders heikel ist die Situation auf der zentralen Kreuzung Lange Straße/Ammerländer Straße. Verkehrszählungen haben ergeben, dass insgesamt 10.000 Fahrzeuge pro Tag den Knotenpunkt im Herzen Barßels passieren.
Seit mehreren Jahren hat die Gemeindepolitik die Umgestaltung dieses zentralen Knotenpunktes auf der Agenda – Flächen rundherum wurden gekauft, alte Gebäude aufgekauft und abgerissen. Für den Umbau gibt es verschiedene Pläne mit unterschiedlicher Verkehrsführung sowie kombinierten Fuß- und Radwegen. Um diese Verkehrsführung zu realisieren, müsste ein weiteres Haus dem Erdboden gleich gemacht werden. Und genau dieses Mehrfamilienhaus an der Ecke Lange Straße/Mühleneschstraße, das sich im Privatbesitz befand, hat die Gemeinde Barßel nun gekauft.
Allen Mietern wurde gekündigt
Das bestätigt auf Anfrage der Erste Gemeinderat Michael Sope. „Es ist richtig, dass wir das Gebäude gekauft haben, damit die Kreuzung optimal ausgebaut werden kann. Derzeit sind in dem Gebäude noch mehrere Familien untergebracht. Diese haben von uns alle die Kündigung erhalten. Einige Bewohner sind auch schon ausgezogen“, sagt Sope.
Eigentlich sei angedacht gewesen, das Gebäude nach Auszug der Mieter abzureißen. Doch wegen der aktuellen Situation mit Flüchtlingen aus dem Kriegsgebiet der Ukraine, die von der Gemeinde Barßel untergebracht werden müssen, habe man sich entschieden, das Gebäude derzeit noch nicht abzubrechen. „Wir wollen das Haus zunächst nutzen, um dort dann einen Teil des ukrainischen Flüchtlinge unterzubringen. Wohnraum ist auch bei uns knapp“, erläutert Barßels Erster Gemeinderat.
Früher war Zahnarztpraxis im Haus
Da die Politik weitere Ideen und Bedenken für den Ausbau der Kreuzung eingebracht hätte, müsse deren Planung ohnehin modifiziert werden, um dann in den Gremien des Rates erneut beraten zu werden, so Sope. Daher sei wegen des Abbruchs keine Eile geboten.
Die Anlage eines Kreisels ist mittlerweile vom Tisch. Das Gebäude, das die Gemeinde jetzt erworben hat, wurde 1936 gebaut und hatte mehrere Eigentümer. Bevor es vor vielen Jahren zu einem Mehrfamilienhaus umgebaut wurde, befand sich darin die Zahnarztpraxis von Dr. Heinrich Meiners.
Mobilheim womöglich für Ukraine-Flüchtlinge
Mittlerweile laufen auf dem Bauhof der Gemeinde Barßel auch die Arbeiten für die Aufstellung eines Mobilwohnheimes für die Unterbringung Obdachloser. Die Kommune hat für diesen Zweck ein Mobilwohnheim für rund 30000 Euro angeschafft.
Aufgestellt wird es an der Eschstraße unmittelbar am Bauhofgelände. Durchaus denkbar sei, dass auch darin Geflüchtete aus der Ukraine untergebracht werden, kündigt Barßels Erster Gemeinderat Sope an.
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