Polizeiinspektion Leer/Emden warnt Betrügereien durch Fake-Shops im Oberledingerland
Innerhalb einer Woche wurden zwei Fehntjer Opfer eines Betrugs. Beide bestellten Waren bei einem Fake-Shop. Die Polizei warnt vor gefälschten Internetseiten.
Rhauderfehn/Ostrhauderfehn - Die Polizeiinspektion Leer/Emden und die Verbraucherzentrale warnen vor betrügerischen Geschäften beim Onlinehandel im Internet, sogenannten Fake-Shops. Zwei Opfer aus dem Oberledingerland und weitere aus der Region bestellten Waren, die aber nie bei ihnen ankamen. In einem Fall hätten noch weitreichende Konsequenzen folgen können, hätte nicht das Sicherheitssystem einer Bank reagiert.
Ein 68-jähriger Mann aus Rhauderfehn ist bei einem Kleinanzeigenportal um einen unteren dreistelligen Betrag betrogen worden. Das meldete die Polizei in Leer am Dienstag, 25. Oktober. Die Bestellung des Fehntjers wurde per Banküberweisung bezahlt. Die Ware wurde jedoch nicht gesendet. Kurz danach wurde eine 31-jährige Frau aus Ostrhauderfehn ebenfalls Opfer eines Fake-Shops. Die Polizeiinspektion vermeldete am Mittwoch, dass die Ostrhauderfehnerin unwissentlich bei einem seriös wirkenden Fake-Shop Waren bestellt hatte und von einem regulären Kauf ausgegangen sei. Bei der Bezahlung wurde die 31-Jährige an einen bekannten Zahlungsdienstleister weiterverwiesen – die Website war allerdings ebenfalls eine Fälschung. Danach wurde die Ostrhauderfehnerin von ihrer angeblichen Hausbank angerufen und dazu aufgefordert, sechs Geldüberweisungen mit einem insgesamt fünfstelligen Betrag zu tätigen. Ein internes Sicherheitssystem ihrer echten Hausbank reagierte aber und stoppte die Überweisungen. Dadurch blieb der Schaden durch den Fake-Shop in einem dreistelligen Bereich.
Besonderes günstige Produkte als Lockmittel
Das ist allerdings nicht der einzige Fall dieser Art, wie die Beamten der Polizeiinspektion Leer/Emden mitteilen. Auf die gleiche Art und Weise ist auch ein 24-jähriger Mann aus Bunde betrogen worden. Er hatte Jagdzubehör von einem Privatanbieter für einen vierstelligen Euro-Betrag gekauft und hat vergeblich auf seine Bestellung gewartet. Weitere Fälle listen die Beamten in Emden und Uplengen auf. Der Uplenger kaufte einen Staubsauger bei einem Fakeshop.
Fake-Shops sind auf den ersten Blick schwer zu erkennen, weil es sich teilweise um Kopien einer real existierenden Website handle, heißt es auf der Internetseite der Verbraucherzentrale. Sie wirken seriös und lassen Käufer daher selten an ihrer Echtheit zweifeln. Mit gut kopierten Produktbildern und Informationen aus dem Internet sowie einem professionellen Erscheinungsbild gewinnen Fake-Shops das Vertrauen der Online-Käufer und verleiten sie dadurch zum Kauf. Ein weiteres Lockmittel ist der scheinbar besonders günstige Preis des gesuchten Produkts. Nicht wenige Abzocker arbeiten mit dieser Methode, heißt es von der Verbraucherzentrale.
Fake-Shop-Finder kann vor Bestellungen helfen
Die Verbraucherzentrale gibt einige Tipps, wie man einen Fake-Shop erkennen kann: Wenn eine eigentlich bekannte Adresse Ungereimtheiten aufweist, kann das ein Warnzeichen sein. Dies wäre etwa eine Erweiterung der Adresse um weitere Domainendungen, wo eigentlich nur ein „.de“ stehen müsste. Ein Beispiel dafür ist „.de.com.“. Ein weiteres Warnzeichen ist, wenn den Kunden am Ende ihrer Bestellung nur noch die Möglichkeit gegeben wird, in Vorkasse zu bezahlen. Es sollte aber umgekehrt sein: erst die Ware, dann das Geld. Wenn auf der Website eines Shops die AGB und das Impressum fehlen oder in einem sehr schlechten Deutsch sind, sei es ein absolutes No-go bei dem Shop zu bestellen. Die Verbraucherzentrale bietet auf ihrer Internetseite einen Fake-Shop-Finder an, bei dem die URL eines Online-Shops überprüft werden kann.
Die Polizei Leer/Emden weist expliziert darauf hin, Warenanbieter zu prüfen. Auch sollte immer darauf geachtet werden, ob man sich tatsächlich auf der echten Internetseite des angegebenen Zahlungsdienstleisters befindet. „Es ist wichtig, immer die Sicherheitshinweise des gewählten Zahlungsdienstleisters zu lesen und diesen auch Folge zu leisten“, schreibt Pressesprecherin Svenia Temmen in einer Mitteilung. Auch wird darauf hingewiesen, nie einem Anrufer zu trauen, der persönliche Daten oder Bank- und Kreditinformationen haben möchte. „Personen, die einen Geldschaden erlitten haben, oder deren Daten nachweislich missbraucht wurden, sollten unbedingt Strafanzeige erstatten“, so Temmen.
Ostrhauderfehnerin bestellt bei Fake-Shop
Fehntjer wurde um dreistelligen Betrag betrogen
Bei Vorkasse im Internet besser „Finger weg“
Sicher Einkaufen im Internet