Stadtentwicklung in Weener Was wird aus dem Millionenprojekt an der Risiusstraße?
Großspurig wurden im vergangenen Jahr mehrere große Neubauprojekte in der Innenstadt von Weener angekündigt. Getan hat sich nichts. Es wird gemunkelt, dass sich ein Projekt sogar ganz zerschlagen hat.
Weener - Die Begeisterung in Weener im vergangenen Jahr war riesig: Endlich werden die städtebaulichen Missstände in der Westerstraße ausgemerzt, freuten sich viele. Gleich mehrere Investoren hatten angekündigt, in der Innenstadt von Weener seit Jahren leerstehende Altbauten abreißen und durch moderne Wohngebäude ersetzen zu wollen. Eigentlich sollten die Abriss- und Bauarbeiten längst begonnen haben. Von Abrissbaggern fehlt bislang aber jede Spur. Haben die Investoren ihre Pläne angesichts der schwieriger werdenden Finanzierungssituation ad acta gelegt?
Was und warum
Darum geht es: Es geht um die Frage, was aus den angekündigten großen Bauprojekten in der Westerstraße wird.
Vor allem interessant für: Menschen, die sich für die Entwicklung von Innenstädten wie Weener interessieren.
Deshalb berichten wir: Wir haben gehört, dass ein Millionen-Projekt in Weener nun doch nicht umgesetzt werden soll und haben nachgefragt. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
Das wird jedenfalls in Weener über das Millionenprojekt gemunkelt, das die beiden Investoren Domenico Drechnowicz und Evgenij Jungmann von der Firma IDZ (Immobilien der Zukunft) an der Ecke Risiusstraße/Westerstraße realisieren wollen. Ende vergangenen Jahres hatten die beiden Weeneraner bei einem Pressetermin vor Ort mit Vertretern aus Politik und Verwaltung ihr Vorhaben vorgestellt. „Wir planen, hier 14 Wohnungen in der Größenordnung von 40 bis 95 Quadratmetern und eine Ladenfläche mit 130 Quadratmetern zu errichten“, hatte Drechnowicz Ende Dezember vergangenen Jahres angekündigt. Vier der Wohnungen sollten im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus entstehen.
Im Sommer sollte es losgehen
Bürgermeister Heiko Abbas bezeichnete das Vorhaben damals als „Meilenstein für die Stadtentwicklung“. Die Stadt Weener konnte nach seinen Worten für den Abriss der Altbauten eine Fördermöglichkeit im Rahmen der Städtebauförderung einbringen. Getan hat sich noch nichts. Nach Auskunft von Landkreissprecher Philipp Koenen liegt für das Vorhaben an der Westerstraße/Ecke Risiusstraße zumindest ein Bauantrag vor. „Das Verfahren ist aber noch nicht abgeschlossen.“
Ursprünglich hatten die Investoren angekündigt, im Sommer 2022 mit den Abriss- und Bauarbeiten zu beginnen. Der Versuch, Kontakt zu der Firma Immobilien der Zukunft (IDZ) aufzunehmen, verlief ohne Erfolg. Eine Weeneraner Firmenseite war unter diesem Namen nicht im Internet zu finden. Das ist vor allem vor dem Hintergrund verwunderlich, dass Drechnowicz das Projekt im Dezember als „Herzensangelegenheit“ bezeichnet hatte. Bürgermeister Heiko Abbas ist aber optimistisch, dass das Vorhaben realisiert wird. „Nach dem Kenntnisstand der Stadtverwaltung ist die Umsetzung des Projekts nach wie vor geplant.“ Domenico Drechnowicz teilte per Kurzmitteilung mit: „An den Gerüchten ist nichts dran.“
Weitere Wohnungen und Geschäfte
Auf sich warten lässt aber auch noch ein weiteres Projekt. Ein Investor aus Oldenburg hatte bereits im vergangenen Jahr den Abriss der Gebäude 22, 24, 26 und 26a in der Westerstraße beantragt. „Wir gehen davon aus, dass das Vorhaben umgesetzt wird“, so Bürgermeister Abbas.
Einen Antrag für den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses hatte der Investor ebenfalls bereits gestellt. In dem Gebäude war einst das Gardinen- und Bettenstudio Hirsch ansässig. Später gab es dort ein Geschäft für Angel- und Freizeitbedarf. Zuletzt war in dem Gebäudeteil, der an die kleine Gasse „An der Synagoge“ angrenzt, der Pizza- und Dönerladen „Oregano“ beheimatet.
Niederländer ziehen Projekt durch
Johannes Voorma und Wouter de Bruin bekennen sich offen zu ihrem Bauprojekt an der Westerstraße. Ihre Firma Nordbau hat die Gebäude an der Westerstraße 41 bis 49 gekauft. Die Altgebäude sollen abgerissen und durch ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Eigentumswohnungen ersetzt werden. „Bevor es losgeht, wird es aber bestimmt noch ein halbes Jahr dauern, weil bei uns noch andere Bauvorhaben laufen“, schätzt Voorma.
Trotz des hohen Zinsniveaus ist der Niederländer überzeugt, dass der Verkauf der Eigentumswohnungen kein Problem sein wird. „Es wird immer eine Nachfrage nach Wohnungen geben“, ist er überzeugt. Auch steigende Baupreise bereiten ihm kein Kopfzerbrechen. „Wenn die Baupreise steigen, werden die Wohnungen eben teurer und die Leute sind auch bereit, höhere Preise zu zahlen“, sagt er. Und sollte sich überraschend für ein Appartement doch kein Käufer finden, bleibe immer noch die Option, so eine Wohnung zu vermieten.
Die Weeneraner Architektin Insa Haan feilt noch an den letzten Entwürfen für den Zuschnitt der Wohnungen. „Die Außenansicht ist schon fertig.“