Für die Ehre Ehrenamt tut jedem gut
Samstags geht es hier immer ums Ehrenamt. Diesmal schreibt Manuel Goldenstein darüber, wie gut das Ehrenamt auch einem selbst tun kann.
Manchmal bin ich zu müde, um den Geschirrspüler auszuräumen oder mal eben fix durchzusaugen. Einfach kein Bock. Wenn mein Meldeempfänger Alarm schlägt, ändert es sich schlagartig. Automatisiert geht es zum Feuerwehrhaus – die Fahrzeuge besetzen und die Einsatzstelle anfahren. Ebenso ist es, wenn Termine anliegen, die aus meinem Ehrenamt resultieren. Ehrenamt ist gut und das nicht nur für meine gelegentliche Lustlosigkeit.
Es ist laut einer Studie von Gesundheitspsychologin Hannah Schreier von der New Yorker Icahn School of Medicine auch gut für unsere körperliche Gesundheit. Es gibt ein Zusammenspiel von Psyche und unserem Körper: Du bist gesünder, wenn du etwas für deine Mitmenschen tust. Man merkt es oft an den ehrenamtlichen Einsatzkräften. In der Regel sind sie gut gestimmt und sind freundlich. Ausnahmen bestätigt die Regel. Aber wie wären denn wohl diese Ausnahmen ohne ihr Ehrenamt drauf? Darüber möchte ich gar nicht nachdenken, oder doch? Vielleicht ein bisschen.
Auch die Stinkstiefel sollten wir immer motivieren, ihren Dienst weiter im Ehrenamt zu versehen, wenn sie alles hinschmeißen wollen. Es wird ihnen sonst noch viel schlechter gehen, als „nur“ ein bisschen rumgemuffel in den Reihen der Helfer. Hilfe für Helfer von Helfern, unbemerkt. Menschen die zu Hause Trübsal blasen, sollten sich ehrenamtlich in den Hilfsorganisationen, Kirchen, Vereinen und freiwilligen Feuerwehren engagieren. Es hilft ihnen in ihrer Stimmung und ihrer körperlichen Gesundheit.
Nicht zu vergessen ist: Wir brauchen jede Hand, besonders in dieser unruhigen Zeit. Das ist eine Einladung und eine klare Aufforderung an all die, die sich verkrochen haben, ihren Dient im Ehrenamt aufzunehmen. Zu den Diensten und Treffen müssen sie sich jedoch selbst bewegen. Bei den Feuerwehren gibt es zu körperlicher Bewegung und geistigem Input auch noch eine gehörige Portion Spaß. Lachen ist gesund. Vielleicht gib es das Ehrenamt bald verordnet auf Rezept.
Kontakt: kolumne@zgo.de
Zur Person
Manuel Goldenstein (42), geboren in Aurich und aufgewachsen in Südbrookmerland, arbeitet eigentlich als Pfleger im Klinikum Emden. Vor allem aber ist er leidenschaftlicher Feuerwehrmann. Er ist Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Aurich und Sprecher des Arbeitskreises Presse- & Öffentlichkeitsarbeit des Feuerwehrverbands Ostfriesland.
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