Neue Stätte fürs WM-Gucken  Leeraner Public Viewing in neuer Form

| | 27.10.2022 17:06 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Jubelnde Fußballfans soll es zur WM auch wieder in Leer geben – aber nicht in einem Zelt. Foto: Wolters
Jubelnde Fußballfans soll es zur WM auch wieder in Leer geben – aber nicht in einem Zelt. Foto: Wolters
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Zur Fußball-WM wird es eine Leinwandparty in Leer geben. Das Public Viewing wird diesmal aber nicht im Zelt auf der „Großen Bleiche“ stattfinden. Eine klare Absage gibt es hingegen für die Pferdegala.

Leer - Ekko Gosch hatte für die kommenden Monate Pläne für zwei Großveranstaltungen in Leer in der Schublade. Er wollte aber die Entwicklung der allgemeinen Corona-Lage und das Geschehen rund um den Gallimarkt abwarten, bevor er das Konzept herauskramt und in die Organisation einsteigt. Nun ist die „fünfte Jahreszeit“ in Leer vorüber und der Geschäftsführer der OID (Ostfriesische Industriedienstleistung) endgütig sicher: „Es wird in Leer ein Public Viewing zur Fußball-Weltmeisterschaft geben.“ Seiner zweiten Veranstaltung erteilt er hingegen erneut eine Absage: „Der Galaabend der Pferde im Januar fällt aus.“

Gosch hegte auch gewisse Zweifel am Ostfriesland-Spektakel zur WM (20. November bis 18. Dezember), weil er nicht einschätzen konnte, wie sich die Politik und die Menschen auf die Corona-Lage einstellen. Der Gang über den Gallimarkt räumte alle Zweifel aus. „Es war dort schwarz vor Menschen“, sagt er. „Und höchstens jeder 1000. trug im Gedränge eine Maske.“ Ekko Gosch hatte immer betont, dass er ein Public Viewing mit Abstandspflichten und Mund-Nasen-Schutz für wenig sinnvoll hält. „Da kommt einfach keine Stimmung auf. Wir machen das ja, damit die Leute Spaß haben.“

Kosten für das Zelt haben sich verdoppelt

Trotzdem hat er seine Detailplanungen noch einmal gravierend verändert. Das Leinwand-Spektakel sollte den Fans ursprünglich in einem Zelt auf der „Großen Bleiche“ geboten werden. Doch die Zeltkosten sind in die Höhe geschnellt. „Von 20.000 auf 40.000 Euro“, sagt Gosch. Das war ihm doch ein zu großes finanzielles Risiko. Deshalb hat der Chef-Organisator das Eventzentrum „Millenium“ in der Nähe des Emsparks als Stätte der Fußballfeste auserkoren. „Da passen 1200 Leute rein. Das reicht.“ Ekko Gosch sprach in dieser Woche mit den Millenium-Inhabern Ferhat Özdemir und Aslan Sat über seine Idee und erhielt umgehend eine Zusage. Nun sollen dort bei allen Deutschland-Spielen WM-Partys steigen. Am 23. November trifft Deutschland im ersten Duell um 14 Uhr auf Japan. „Das ist früh, da werden überwiegend Jugendliche kommen“, mutmaßt der Organisator.

Die Partien gegen Spanien (27. November) und Costa Rica (1. Dezember) beginnen hingegen erst um 20 Uhr deutscher Zeit. Ekko Gosch freut sich nun auf die WM und das Leinwandvergnügen. Er weiß aber auch, dass er mit seinen Plänen nicht überall auf Gegenliebe stoßen wird und etliche Menschen einen Boykott der WM fordern. „Die Menschrechtslage in Katar finde ich auch nicht toll“, sagt Gosch. „Aber der DFB hat entschieden, dort anzutreten und die Politik keine Einwände erhoben.“ Nun möchte er auch bei den Leuten vor Ort für ein bisschen WM-Atmosphäre sorgen. „In diesen finsteren Zeiten müssen auch mal wieder schöne Sachen stattfinden.“

Galaabend wird zum dritten Mal in Folge abgesagt

Trotzdem sah sich Ekko Gosch gezwungen, den Galaabend, den vor Corona in der Ostfrieslandhalle immer rund 4000 Menschen besuchten, nach 2021 und 2022 erneut zu streichen. Die Ungewissheit ist ihm zu groß, ob Ende Januar die Coronalage noch immer ähnlich unproblematisch erscheint wie aktuell.

Aber auch die Kostenfrage war ein Grund für die Absage.

„In der Ostfrieslandhalle rauscht das Gas für die Heizung nur so durch“, sagt Gosch. Außerdem werde auch viel Strom und Heizöl benötigt. „Da wären wir allein für die Energie beim Preis eines Kleinwagen.“

Zu viel Geld, zu viel Corona-Fragezeichen – deshalb verzichtet Ekko Gosch schweren Herzens auf die Pferdegala. Das Public Viewing zur Winter-WM aber will er unbedingt anbieten. „Man kann doch nicht wegen Ängsten alles absagen.“

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