Westerland auf Sylt  „Wir haben Sylt vermisst“: Die Punks sind zurück auf der Insel

Nils Leifeld
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Von Nils Leifeld
| 26.10.2022 19:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Am 14. September hat die Polizei das Protestcamp der Punks im Stadtpark vor dem Rathaus auf Sylt geräumt. Nun sind die Punks zurück - zumindest einige von ihnen. Das haben sie vor.

Mitte September räumte ein schwarz uniformiertes und behelmtes Großaufgebot der Polizei das Protestcamp der Punks auf Sylt. Rund sechs Wochen später sind die Punks zurück - zumindest ein Teil von ihnen. Sieben Punker sind jetzt wieder auf Sylt angekommen – wann genau, wollten sie vor Ort am Mittwoch nicht sagen.

Mit Flaschenbier und auf Decken sitzend hatten sie es sich zunächst vor dem Rewe-Supermarkt nahe des Bahnhofs in Westerland bequem gemacht. Unter ihnen: Punker Flippi, einer der ehemaligen Camp-Organisatoren. Gegenüber shz.de haben die Punks exklusiv über ihre Pläne auf Sylt gesprochen.

„Wir haben Sylt vermisst“, sagt Punker Bella, der im Sommer viele Tage im Protestcamp in Westerland gelebt hatte. „Jetzt sind wir wieder da, schauen uns die Insel an und gucken mal, was uns noch so einfällt.“ Wo sie in den kommenden Tagen schlafen, wollten sie nicht verraten. „Bei Freunden, drinnen“, sagt Punker Schnappi aus Berlin. Mehr Details gibt er nicht preis.

„Wir waren auch schon am Stadtpark und haben vor den Absperrgittern ein Bier auf gute alte Zeiten getrunken“, sagt Bella. „Es war schon ein merkwürdiges Gefühl zu wissen, dass wir die letzten waren, die dort gelebt haben.“ Einer der Punks, Flippi, ist nach Sylt gereist, weil er nach Angaben seiner Begleiter „einen Termin mit seiner Bewährungshilfe auf Sylt“ hatte. Dieser sei aber kurzfristig geplatzt und verschoben worden. „Wir sind einfach mitgekommen, um Flippi zu seinem Termin nach Sylt zu begleiten und jetzt wollen wir paar Tage bleiben“, sagt Bella.

Flippi selbst ist am Mittwochabend nicht sehr auskunftsfreudig. Er wirkt übermüdet und angespannt, emotional angeschlagen. „Wir sind auch nur normale Menschen und haben ein Recht zu leben. Stattdessen werden wir bedroht und ausgeschlossen. Das ist nicht okay. Jeder hat das Recht auf Sylt zu leben und ich bin gekommen, um zu bleiben“, so der gebürtige Freiburger.

Im vergangenen Sommer waren viele Punks zum Start des 9-Euro-Tickets am 1. Juni nach Sylt gereist. Einige von ihnen gründeten schließlich ein Protestcamp im Stadtpark vor dem Rathaus, das der Kreis Nordfriesland bis Ende August genehmigte, danach die Genehmigung aber nicht mehr verlängerte. So war das Lager ab dem 1. September illegal. Am 14. September wurde das Camp von der Polizei geräumt, die Punks verließen anschließend die Insel.

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