Fährunglück von Terschelling  Die Suche nach den Vermissten geht weiter

Martin Alberts
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Von Martin Alberts
| 24.10.2022 17:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Freiwillige Helfer der Organisation SAR Nederland fahren am Sonntag den Strand auf Terschelling mit Quads ab. Nach dem Fährunglück am Freitag könnten die Leichname der zwei Vermissten auf der Watteninsel angespült werden. Foto: Jumelet/ANP/Imago Images
Freiwillige Helfer der Organisation SAR Nederland fahren am Sonntag den Strand auf Terschelling mit Quads ab. Nach dem Fährunglück am Freitag könnten die Leichname der zwei Vermissten auf der Watteninsel angespült werden. Foto: Jumelet/ANP/Imago Images
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Nach dem Zusammenstoß einer Fähre und eines Wassertaxis vor Terschelling gelten ein Junge und ein Erwachsener weiter als vermisst. Hoffnung, sie lebend zu finden, haben die Einsatzkräfte nicht.

Terschelling - Nach dem Fährunglück vor der niederländischen Watteninsel Terschelling am Freitag gelten zwei Menschen immer noch als vermisst. Hoffnung, den zwölfjährigen Jungen und den Erwachsenen lebend zu finden, haben die Helfer allerdings nicht. Am Wochenende sei mit rund einem Dutzend Booten und einem Helikopter nach den Vermissten gesucht worden – jedoch ohne Erfolg, wie die niederländische Polizei am Sonntagabend via Twitter mitteilte. Auch die Freiwilligenorganisation SAR Nederland sei auf der Insel gewesen, um mit Quads an den Stränden entlang zu fahren und mit Drohnen die Umgebung abzusuchen, teilte die Gemeinde Terschelling mit.

Am Montagmittag wurde die Suche mit zwei Booten der Polizei fortgesetzt, wie die Zeitung „Leeuwarder Courant“ berichtete. Dies geschehe bei Ebbe, da man so eine bessere Sicht auf Sandbänke habe, wie ein Polizeisprecher der Zeitung sagte. Am Abend sei die Suchaktion ohne Ergebnis beendet worden, sie solle an diesem Dienstag aber fortgesetzt werden, hieß es.

Der Junge begleitete seinen Vater zur Arbeit

Am Freitagmorgen waren vor Terschelling die Fähre „Tiger“ und das Wassertaxi „Stormloper“ zusammengestoßen. Das Wassertaxi wurde hierbei so schwer beschädigt, dass es sank. Zwei Menschen starben bei dem Unfall, zwei weitere gelten seither als vermisst. Bei den zwei Toten handelt es sich laut Angaben der Polizei um Männer im Alter von 46 und 57 Jahren.

Im Wassertaxi saßen Beschäftigte des Bauunternehmens Friso mit Hauptsitz in Sneek (Provinz Friesland) sowie des Subunternehmens Douwenga, wie Friso-Direktor Henk Dedden in einer Stellungnahme auf der Firmenwebseite schreibt. Sie seien auf dem Weg zur Arbeit auf Terschelling gewesen. Ein Friso-Mitarbeiter ist laut Dedden bei dem Unglück ums Leben gekommen.

Untersuchungen zur Unfallursache laufen

Bei dem vermissten Zwölfjährigen handele es sich um dessen Sohn, der seinen Vater während der Herbstferien begleitet habe. Auch der zweite Vermisste sei ein Friso-Beschäftigter. Bei dem zweiten bestätigten Todesopfer handle es sich hingegen um einen Mitarbeiter des Unternehmens Douwenga. „Wir sind geschockt durch dieses Ereignis“, schreibt Dedden. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer.“

Direkt nach dem Unglück hatten Zeugen im Radio berichtet, dass beide Schiffe sehr schnell unterwegs gewesen seien. Hierzu äußerten sich offizielle Stellen bisher jedoch nicht. Die Untersuchung zur Unfallursache sei in vollem Gange, teilte die Gemeinde Terschelling mit.

Die für die Fähre „Tiger“ sowie das Wassertaxi verantwortlichen Personen seien nach dem Unfall von der Polizei befragt worden und auf freiem Fuß.

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