Kiel/Hamburg  Warum Daniel Günther den China-Deal im Hamburger Hafen befürwortet

Henning Baethge
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Von Henning Baethge
| 24.10.2022 14:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
„Nachvollziehbar“ nennt Daniel Günther die Pläne im Hamburger Hafen. Foto: dpa/Axel Heimken
„Nachvollziehbar“ nennt Daniel Günther die Pläne im Hamburger Hafen. Foto: dpa/Axel Heimken
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Das chinesische Unternehmen Cosco will sich an einem Terminal im Hamburger Hafen beteiligen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat Bedenken – Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther nicht.

Im Streit um den vor mehr als einem Jahr vereinbarten Einstieg Chinas bei einem Containerterminal im Hamburger Hafen hat sich Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther auf die Seite der Befürworter gestellt. „Uns in Schleswig-Holstein ist wichtig, dass der Hamburger Hafen wirtschaftlich erfolgreich ist, dass dort auch investiert wird“, sagte CDU-Politiker Günther am Sonntag in der ARD.

Günther verwies darauf, dass die Reederei Cosco lediglich eine Minderheitsbeteiligung an einer Tochtergesellschaft des Containerterminal-Betreibers HHLA anstrebt. Es werde „sehr defensiv“ vorgegangen, sagte Günther. „Von daher, finde ich, ist das schon nachvollziehbar – der Weg, der dort gegangen wird“. Er sei auch mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher „im Austausch über das Thema“.

Die chinesische Reederei Cosco will einen 35-prozentigen Anteil an dem Hamburger Containerterminal Tollerort übernehmen. Bis zum 31. Oktober läuft eine Prüffrist, bis zu der die Bundesregierung das Geschäft untersagen könnte. Tut sie dies nicht, kann der Verkauf erfolgen.

Während auch Bundeskanzler Olaf Scholz bisher keine Einwände gegen den Einstieg von Cosco vorgebracht hat, äußerte unter anderem Günthers Landsmann Robert Habeck Bedenken. Der grüne Bundeswirtschaftsminister warnte das Kanzleramt laut Berichten von NDR und WDR ebenso wie die fünf anderen zuständigen Ressorts vor der Beteiligung des chinesischen Unternehmens an dem wichtigen Hamburger Terminal.

Man habe gelernt, „dass Abhängigkeiten von Ländern, die dann möglicherweise ihre eigenen Interessen in diese Abhängigkeiten hineinspielen, also uns dann erpressen wollen, nicht mehr nur ein abstraktes Phänomen sind“, hatte Habeck erklärt. Als Beispiel nannte er die Abhängigkeit von Gaslieferungen aus Russland. Habeck betonte: „Wir sollten diese Fehler nicht wiederholen.“ (mit AFP)

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