Naturschutzprojekt in Flachsmeer 30 Tonnen Torfmoose ausgebracht
Rund 30 Helfer haben beim Pilotprojekt in Flachsmeer mit angepackt. Gerhard Block baut an der Russenstraße ein neues Hochmoor an. Der Landwirt stellt das ungewöhnliche Projekt vor.
Flachsmeer/Ramsloh - Rund 30 Helfer hatten sich am Samstagmorgen an der Russenstraße in Flachsmeer eingefunden. Sie haben zusammen mit dem Ramsloher Landwirt Gerhard Block auf einer rund 20.000 Quadratmeter großen Fläche Torfmoose verteilt – und zwar an den Stellen, wo die Spezialmaschinen nicht hinkommen.
Wie berichtet, bauen Gerhard Block und sein Sohn Daniel auf dem Areal ein neues Hochmoor an. Es ist ein Pilotprojekt, das Ende 2021 gestartet ist. Es ist sozusagen ein Experiment, denn auf der rund zwei Hektar großen Fläche soll ein neues Hochmoorgebiet entstehen. Mit dem Vorhaben wollen die beiden Unternehmer nach eigenen Angaben pro Jahr und pro Hektar rund 25 Tonnen Kohlendioxid (CO2) einsparen und so einen Beitrag für den Klimaschutz leisten.
40.000 Euro in Torfmoose investiert
Mit der CO2-Einsparung wollen die Landwirte Geld verdienen. Einfach gesagt wollen Blocks unter anderem Firmen und Kommunen das vermiedene CO2 zum Kauf anbieten. Gerhard Block spricht von sogenannten Öko-Punkten. „So bleiben Kommunen zum Beispiel bei der Ausweisung von neuen Baugebieten handlungsfähig“, sagte der Ramsloher. Sie können das neue Hochmoor als Kompensationsflächen angeben. Damit alles rechtlich abgesichert ist, werden diese Ökopunkte laut Block im Grundbuch eingetragen.
Doch bis es so weit ist, dauert es noch einige Jahre. Denn das Hochmoor muss sich erst entwickeln. Damit es das auch kann, haben die beiden Unternehmer nach eigenen Angaben rund 40.000 Euro in den Kauf der rund 30 Tonnen Torfmoose investiert, die jetzt ausgebracht worden sind.
Begleitet wird das Projekt von der Gruppe Naturschutz Emsland-Nord/Ostfriesland-Süd. Darin vertreten sind der Naturschutzbund (Nabu), Bund für Umwelt und Natur (BUND) und die Biologische Schutzgemeinschaft (Regionalverband Unterems). „Wir stehen voll hinter dem zukunftsweisenden Klimaprojekt“, sagte Karl-Heinz Augustin, Sprecher der Verbände, der selbst beim Ausbringen der Torfmoose am Sonnabend mitgeholfen hat.