Berlin Trotz anhaltender Kritik: Wagenknecht ist die beliebteste Politikerin in Deutschland
Seit Wochen steht Sahra Wagenknecht wegen ihrer Äußerungen zum Ukraine-Krieg in der Kritik. Doch viele Bürger in Deutschland fühlen sich offenbar von der Linken-Politikerin angesprochen, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.
Am 8. September hielt Sahra Wagenknecht im Bundestag eine Rede zum Ukraine-Krieg. Die Linken-Politikerin warf der Bundesregierung vor, einen Wirtschaftskrieg gegen Russland vom Zaun zu brechen. Über die Parteigrenzen hinweg löste die Rede eine scharfe Kontroverse aus, Wagenknecht rückte von ihrem Standpunkt bislang jedoch nicht ab, sondern forderte wiederholt ein Ende der Russland-Sanktionen.
Während Wagenknecht in politischen Kreisen massiv in der Kritik steht, zeichnet sich in der deutschen Bevölkerung ein anderes Bild ab. Eine aktuelle Umfrage des Insa-Meinungsinstituts zeigt, dass die Linken-Abgeordnete momentan zu den beliebtesten Politikern in Deutschland gehört.
Demnach liegt Wagenknecht auf Platz zwei hinter CSU-Chef Markus Söder. Dahinter folgen Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne), Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und der SPD-Parteivorsitzende Lars Klingbeil. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) liegt auf dem achten Platz.
Besonders brisant: Bei den AfD-Wählern liegt Wagenknecht auf Platz zwei, zwischen den Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla. In ihrer eigenen Partei steht die 53-Jährige dagegen im Beliebtheitsranking an der Spitze – vor der Parteivorsitzenden Janine Wissler und SPD-Politiker Kevin Kühnert.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) liegt lediglich auf dem siebten Platz. Allerdings hätte die Ampel-Koalition laut Insa-Umfrage derzeit eine Chance auf eine erneute Mehrheit. Die SPD liegt bei 19,5 Prozent, die Grünen bei 18,5 Prozent und die FDP bei 7,5 Prozent. Dagegen kommt die Union auf 27,5 Prozent, die AfD erreicht 15,5 Prozent. Die Linke würde mit 4,5 Prozent den Einzug in den Bundestag verpassen.
Die Insa-Umfrage wurde von der „Bild“ in Auftrag gegeben. Zwischen dem 14. und 17. Oktober 2022 wurden insgesamt 2000 Bürger befragt.