Tourismusattraktion in Weener Wird es im Hafen von Weener doch Hausboote geben?
Die Idee von Hausbooten im Hafen von Weener war bei Anwohnern zunächst auf heftige Kritik gestoßen. Die wurde ausgeräumt und es gibt sogar weitere Vorschläge, wie der Hafen attraktiver werden kann.
Weener - Hausboote als schwimmende Ferienwohnungen für Urlauber sollen eine neue Touristenattraktion werden und den Hafen von Weener gleichzeitig attraktiver machen. Mit dieser Idee hatte die Verwaltung vor einigen Monaten bei Hafenanwohnern einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.
Was und warum
Darum geht es: Es gibt viele Ideen für die Weiterentwicklung des Hafens von Weener. Die Politik steht auch Hausbooten aufgeschlossen gegenüber.
Vor allem interessant für: Hafenbewohner und alle Urlauber und Tagesgäste, die sich gerne am Hafen von Weener aufhalten
Deshalb berichten wir: Die Weiterentwicklung des Alten Hafens von Weener war Thema im Ausschuss für Bau und Stadtentwicklung. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
Nun haben sich die Wogen geglättet. Nicht nur viele Anwohner, sondern auch die Politik steht dem Vorhaben inzwischen wohlwollend gegenüber. Die Mitglieder des Ausschusses für Bau und Stadtwicklung fällten am Donnerstagabend einstimmig einen Grundsatzbeschluss, nach dem Hausboote an einigen Standorten zugelassen werden sollen.
Warum stieß die Idee auf Kritik?
Der Vorschlag der Hafen und Tourismus GmbH Weener (HuT) beziehungsweise der Stadtverwaltung war Anfang des Jahres vor allem aus einem Grund auf heftigen Widerstand gestoßen: Moderne Hausboote passen nicht zu den Traditionsschiffen und den historischen Gebäuden im Alten Hafen, lautete der Hauptkritikpunkt. Der wurde nun aber ausgeräumt. „Die Hausboote hätten wegen des niedrigen Wasserstandes im Alten Hafen ohnehin keinen Sinn gemacht“, verdeutlichte Bürgermeister Heiko Abbas, der gleichzeitig Geschäftsführer der HuT ist.
Wie sieht die neue Planung aus?
Die überarbeitete Planung sieht drei bis vier Hausboote an zwei bis drei Standorten vor: angrenzend an das Marina-Service-Center im Sportboothafen und schräg gegenüber dem Lokal Hafen 55 im Bereich der privaten Steganlage. Abbas sieht außerdem noch weitere Option für Liegeplätze an der Kaimauer in Höhe von Klingele. Weil auch für Hausboote Baugenehmigungen erforderlich sei, sei eine Änderung des Bebauungsplans erforderlich. Ob die HuT die Vermietung selbst übernimmt oder dieses Geschäft lieber Privatinvestoren überlassen soll, muss laut Abbas im weiteren Verlauf der Planung entschieden werden. Die Änderung des Bebauungsplans wird laut Abbas Planungskosten „in einem hohen vier- oder im fünfstelligen Bereich“ verursachen. „Die Kosten für den Bebauungsplan und andere Schritte würden später auf die Pacht umgelegt werden.“
Welche weiteren Verbesserungsideen gibt es?
Ein zwölfköpfiger Arbeitskreis aus Anwohnern hat in den vergangenen Monaten Vorschläge zur Attraktivitätssteigerung am Hafen erarbeitet. Antje Röttgers stellte die Kernpunkte in der Sitzung des Bauausschusses vor. Die völlig marode Spundwand soll erneuert und mit visuellen Elementen attraktiver gestaltet werden. Darüber hinaus sollen die Wohnmobilstellplätze beim Lokal Hafen 55 entfallen. Dort soll ein öffentlicher Platz entstehen, der von der Gaststätte mitgenutzt werden kann. Auch der Platz auf der gegenüberliegenden Hafenseite beim Sieltief soll aufgewertet werden. Beide Plätze sollen durch einen Rundweg verbunden werden.
Sehr deutlich sprach sich der Arbeitskreis gegen Ferienwohnungen auf rückwärtig gelegenen Privatgrundstücken am Hafen und einer veränderte Verkehrsführung aus. „Wir wollen die Sackgassenregelung behalten“, stellte Antje Röttgers klar. Diese Ideen stammen noch aus einem 2021 von der Politik beschlossenen Rahmenkonzept für eine künftige Gestaltung des Hafenumfeldes. Die Vorschläge eines Planungsbüros waren seinerzeit bei den Anwohnern auf heftige Proteste gestoßen.
Wie geht es nun mit der Planung weiter?
CDU-Fraktionschefin Hildegard Hinderks forderte, auch die Barrierefreiheit insbesondere im Bereich des Hafenkopfs mit in die Planung aufzunehmen. „Dort gibt es viele Praxen. Doch das Kopfsteinpflaster bereitet Leuten mit Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen Probleme“, gab sie zu bedenken. Bauamtsleiter Andreas Sinningen machte deutlich, dass die Barrierefreiheit als wesentlicher Bestandteil des Rahmenplans eine wesentliche Grundlage ist, um Fördergeld zu bekommen.
In der Sitzung wurde ein einstimmiger Beschluss gefasst, einen städtebaulichen Architektenwettbewerb durchzuführen. Die Bewerber sollen Konzepte erstellen, in dem die Anregungen des Arbeitskreises Infrastruktur zur Grundlage genommen werden.