Kiew  Wegen Atomwaffendrohung: Elon Musk blockiert auf der Krim Starlink für die Ukraine

Sören Becker
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Von Sören Becker
| 13.10.2022 12:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Elon Musk will der Ukraine nicht mehr mit Star-Link helfen. Foto: afp/ANGELA WEISS
Elon Musk will der Ukraine nicht mehr mit Star-Link helfen. Foto: afp/ANGELA WEISS
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Die ukrainische Armee nutzt das Starlink-System von Elon Musk für die Kommunikation. Der Milliardär hat dem Land nun den Zugriff auf der Krim verwehrt. Steckt ein Gespräch mit Putin dahinter?

Zu Beginn des Krieges ließ Elon Musk sich als Verteidiger der Ukraine feiern. So stellte er dem von Russland angegriffenen Land sein Satellitensystem Starlink zur Verfügung. Dabei handelt es sich um über 40.000 tieffliegende Satelliten die auch in entlegenen Gegenden einen Internetempfang möglich machen sollen. Dafür braucht es lediglich eine spezielle Antenne und ein 35 Zentimeter großes Empfangsgerät. Das ermöglicht es der ukrainischen Armee einfacher zu kommunizieren oder Aufklärungsdrohnen zu steuern. Bei der weiteren Offensive müssen die Ukrainer wohl auf die Hilfe verzichten.

Wie „Business-Insider“ berichtet, hat die von Musk kontrollierte Betreiberfirma Space-X die Bitte des ukrainischen Verteidigungsministeriums ausgeschlagen, das System für die ukrainischen Kampftruppen auch auf der Krim freizuschalten. Diese betrachtet Russland seit 2014 als eigenes Territorium. Die Ukraine gedenkt die besetzte Halbinsel jedoch zurückzuerobern. Laut dem Bericht hat Musk die Bitte persönlich abgelehnt.

Gegenüber dem Analysten Ian Bremmer habe Musk damit geprahlt, dass er den Antrag wegen des „Potentials für Eskalation“ persönlich abgelehnt habe. Er habe vor kurzem sogar mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu dem Thema telefoniert. Putin sei „bereit zu verhandeln“, aber habe mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht, wenn die Ukrainer Anstalten machten, die Halbinsel zurückzuerobern.

Dieser streitet das auf Twitter freilich ab. Er habe zuletzt vor 18 Monaten mit Putin gesprochen. Dabei sei es um den „Weltraum“ gegangen. Bremmer sagt jedoch, das sei ebenfalls gelogen.

Musk habe ihm gesagt, dass er mit Putin gesprochen habe. Musk antwortete: „Niemand sollte Ian Bremmer vertrauen“.

Unabhängig davon, wer Recht hat, Musk hat zuletzt den Zorn vieler Ukraine-Sympathisanten auf sich gezogen: Er hatte eine Umfrage auf Twitter gepostet, in der er seine Follower, um Meinungen zu einem Friedensplan bat. Dieser entsprach ziemlich genau den Vorstellungen des Kremls.

Auch Starlink scheint zuletzt keine große Hilfe für die Ukrainer gewesen zu sein. So klagen ukrainische Soldaten über großflächige Ausfälle des Systems insbesondere in Gebieten, die frisch zurückerobert wurden und solchen, die von Russland beansprucht werden. Darunter Cherson, Saporischschja, Charkiw, Donetzk und Luhansk. Einige Ausfälle hätten zu „katastrophalen“ Kommunikationsunterbrechungen geführt. Das ist laut „Financial Times“ auch westlichen Beamten aufgefallen.

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