Gallimarkt 2022 Das erleben die Herolde am Eröffnungstag des Gallimarktes
Zu Beginn des Gallimarktes laufen die Herolde durch Leer. Mit dabei: der traditionelle Spruch und Trevor Heeks. Viele Ladenbesitzer begrüßten die Vier mit Getränken und warmen Worten.
Leer - „Gallimarkt! Gallimarkt!“, schallt es am Mittwochmorgen durch die Mühlenstraße. Eine Gruppe Kindergartenkinder stapft skandierend in Richtung Rathaus. Die Vorfreude riesengroß.
Was und warum
Darum geht es: Der Auftritt der Herolde gehört zur Eröffnung des Gallimarktes. Wir haben sie ein kurzes Stück begleitet.
Vor allem interessant für: alle, die sich für den Gallimarkt interessieren
Deshalb berichten wir: Am Mittwoch startete der Gallimarkt. Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
Kaum sind sie vorbei, ertönt rhythmisches Trommelschlagen. Drei Männer in Gewändern wie aus der Zeit gefallen schreiten selbstbewusst durch die Fußgängerzone, begleitet vom Johlen der Leeraner und von vielen Kameras. An einer Kreuzung bleiben sie stehen und der Stiel der Hellebarde knallt auf den Boden. Eine Glocke erklingt.
Tradition gewahrt
Ehrfürchtig warten die Umstehenden auf das, was nun kommt: „Radeau, Radeau, raditjes doe, de Stadt, de hört de König toe, radeau, radeau raditjes dum! De Börmester led vebeden, dat nüms mag kopen of verkopen bevör de Klocke negen sleit, bi Verlüß van Goderen un all wat over tein Pund weggt, is na de Waage to brengen, un darnaa fiev Daag free Markt!“
Die Zuschauer grölen und johlen. Nur einer ist völlig in sich gekehrt. Auch er trägt ein Gewand, das allerdings nicht so ganz zu den anderen passt. Es ist rot und der Mann redet ausschließlich Englisch. Und dennoch ist er mindestens genauso beliebt wie die anderen drei. Sie werden es schon erraten haben. Die drei Leeraner Herolde und Stadtwerkemitarbeiter Hinrich Behrens (Ausrufer), Michael Alsdorf (Trommler) und Reemt Reemtsema (Hellebardenträger) und Trevor Heeks, Town Crier von Trowbridge, der Partnerstadt Leers sind unterwegs.
Eile mit Weile
Das Ziel der vier beliebten Figuren ist die Rathaustreppe. Hier wird Claus-Peter Horst seine erste Rede als amtierender Bürgermeister zum Gallimarkt halten. „Wir müssen uns ein bisschen beeilen“, raunt einer der drei. Tatsächlich ist es schon 11.10 Uhr. Doch, das interessiert die Geschäftsinhaber in der Brunnenstraße nur wenig.
„Ihr wollt doch wohl nicht vorbeigehen! Ihr wart immer hier“, schallt es aus einem Geschäft. Trotz Bewaffnung zuckt da auch Reemt Reemtsema kurz zusammen. Doch dann lächelt er. Ein Tablett wird gereicht. Darauf: Schnaps und Wasser. Dankbar greifen die vier beim Wasser zu. Eine Schaulustige, die die Herolde zum Rathaus begleitet, freut sich ebenfalls über die kurze Pause: „Meine Güte haben die in diesem Jahr einen Zahn drauf“, sagt sie und lehnt sich gegen eine Wand. Die Pause ist jedoch nur kurz.
Kuscheltiere warten
Flott geht es weiter bis auf einmal Kuscheltiere in den Blick der drei fallen: Die Herolde und ein Teddy mit der britischen Flagge stehen auf einem Fenstersims. Hier wird Schnaps gereicht und viele Fotos werden geschossen. Als die vier Protagonisten weiter ziehen, seufzt ein Ladenbesitzer auf. „Schön, sie wieder zu sehen. Und Trevor sieht gut aus“, sagt er.
Tatsächlich ist der uriger Engländer ein willkommener Gast in der Leeraner Altstadt. Überall muss er für ein Pläuschchen oder einen Händedruck anhalten. Das Lächeln weicht dabei zu keiner Sekunde aus seinem Gesicht. Eins sieht man den vieren jedoch ebenso an, wie die Freude: die Anspannung. Auf die Frage, ob er aufgeregt sein, antwortet Hinrich Behrens: „Joa, ein wenig. Aber wir haben viel geübt.“ Und das merkt man ihm auch an. Den Zettel mit dem traditionellen Spruch hat er zwar in der Hand. Er nutzt ihn jedoch nicht.
Nun biegen die Herolde und Trevor Heeks in die Rathausstraße ein. Fast geschafft. Man hört schon die Blaskapelle spielen. Doch auch hier haben sie die Rechnung ohne die Anwohner gemacht: „Hier ein Lütter für euch“, schallt es. Und natürlich bleiben sie stehen. Dabei zeigt der Engländer den drei Leeraner, wie man den Schnaps trinkt. In einem Zug. Die ganze Zeit sind sie von einer Menschentraube umgeben. Das Spektakel hält noch den ganzen Mittwoch an. Bei der Rede des Bürgermeisters sind sie ebenso dabei, wie anschließend im Festzelt. Am Nachmittag werden verschiedene Firmen, Vereine und Institutionen besucht. Neben ihrem Spruch haben sie vor allem für die Schüler und Kindergartenkinder etwas dabei: Süßigkeiten.