Baustelle auf Bundesstraße 70  Ab jetzt ist Großwolde Endstation

| | 11.10.2022 18:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Bauleiter Boris Flore stellt das Durchfahrt-Verboten-Schild in Großwolde auf. Fotos: Hellmers
Bauleiter Boris Flore stellt das Durchfahrt-Verboten-Schild in Großwolde auf. Fotos: Hellmers
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Auf der B 70 zwischen Großwolde und Völlenerfehn die Absperrungen für die Fahrbahnerneuerung aufgestellt worden. Die Sperrung betrifft auch die Feuerwehr, da das Gebäude im abgesperrten Bereich liegt.

Großwolde - Es ist kurz vor 15 Uhr, noch ruckeln die Bauarbeiter die Absperrungsbaken auf der Bundesstraße 70 in Großwolde zurecht, da kommt auch schon die erste Frage. „Wie komme ich hier durch?“, sagt ein Anwohner und geht auf Boris Flore zu. Er ist Bauleiter für Verkehrssicherheit.

Flore erklärt dem Anwohner, dass ab Mittwoch ein Sicherheitsdienst an beiden Enden der Baustelle bereitsteht. Der lasse die Anlieger in den gesperrten Bereich rein oder raus. Für alle anderen gilt eine Umleitung. Sie führt im Westen über die Papenburger Straße.

Teilstrecke von vier Kilometern wird erneuert

Das Schild steht bereits seit vergangener Woche in Großwolde.
Das Schild steht bereits seit vergangener Woche in Großwolde.

Kaum ist der Anwohner weg, fährt das nächste Auto langsam an die Absperrungen heran. „Kann ich hier durchfahren?“, fragt der Mann am Steuer. Flore erklärt erneut, was auf den Schildern, die gut hundert Meter vorher stehen, in Stichworten zu lesen ist. Bis Ende März lässt die Landesbehörde für Straßenbau die Fahrbahn und den Radweg von Großwolde bis Völlenerfehn auf der Bundesstraße 70 erneuern. Das Teilstück ist gut vier Kilometer lang. In den ersten Wochen ist eine Vollsperrung geplant. Anschließend soll es eine Einbahnstraße geben. So hat es die Behörde in Aurich angekündigt. Die Maßnahme soll 1,8 Millionen Euro kosten. Die Kosten trägt der Bund.

Anwohner dürfen die Baustelle noch weiter passieren.
Anwohner dürfen die Baustelle noch weiter passieren.

Um 15.08 Uhr steht bereits der fünfte Wagen vor den Baken. Dahinter stehen noch ein Motorradfahrer und ein weiteres Auto. Während Flore erneut erklärt, dass da eine Baustelle eingerichtet wird. Noch kommen allerdings Autos aus Richtung Papenburg angebraust. Denn in Völlenerfehn wird die Absperrung erst einige Minuten später aufgestellt.

„Das ist normal. In den ersten Tagen hat man oft Chaos“, sagt Flore. Ein Autofahrer macht sein Fenster runter und sagt: „Ich fahre hier immer lang.“ Das könne er in den nächsten sechs Wochen aber nicht, entgegnet Flore.

Schwerer Unfall in Celle

Sobald am Dienstag die Bauarbeiter anrücken und damit beginnen, die alte Fahrbahn abzutrennen, geht es um deren Sicherheit. Aber auch um die, der Verkehrsteilnehmer. Erst vor wenigen Wochen habe es in Celle einen tödlichen Unfall gegeben, sagt Flore. Wie die DPA berichtet, wurde Mitte August ein vier-jähriger Junge im Bereich einer Baustelle von einer rückwärts fahrenden Straßenwalze erfasst. Der Junge starb im Dabeisein seines Vaters und seines älteren Bruders.

Das Feuerwehrhaus in Großwolde liegt im abgesperrten Gebiet. Foto: Hellmers
Das Feuerwehrhaus in Großwolde liegt im abgesperrten Gebiet. Foto: Hellmers

Direkt im abgesperrten Bereich stehen auch die Einsatzwagen der Freiwilligen Feuerwehr Großwolde. „Mit denen ist alles abgesprochen“, sagt Flore. Ortsbrandmeister Christian Cordes sagt auf Anfrage dieser Zeitung: „Das ist für uns kein Problem.“

Wenn sie ausrücken müssten, würde der Sicherheitsdienst den Weg für die Einsatzkräfte frei machen. Und notfalls könnten sie selbst mit einem Handgriff die Baken beiseiteschieben.

Feuerwehr hat einen Plan

Einzig in den zwei bis drei Stunden nach dem die Fahrbahn gerade frisch asphaltiert worden ist, werde es auch für die Einsatzkräfte kein Durchkommen über die Bundesstraße 70 geben. „Dafür haben wir einen Plan“, sagt Cordes. Dann würden die Fahrzeuge kurzerhand woanders geparkt. Außerdem gibt es noch eine weitere Umleitung. Sie beginnt direkt vor dem Feuerwehrhaus und führt über die Kirchstraße zum Kindergarten und Friedhof in Steenfelde.

Hier geht es lang zum Kindergarten.
Hier geht es lang zum Kindergarten.

Der Haken bei der Strecke: Die Friedhofsstraße ist ein Sandweg. „Das kann bei nassem Wetter ein Problem für die Eltern werden, die ihre Kinder zum Kindergarten bringen müssen“, sagt ein Anwohner.

Die Absperrungen stehen nun fast eine halbe Stunde am Baustelleneingang. In Fahrtrichtung Leer steht sie noch offen. „Das lassen wir bis morgen so“, sagt Flore. Dann soll es richtig losgehen. Aus Richtung Papenburg kommen nun kaum noch Autos. Flore fährt weiter.

Weitere Fahrzeuge fahren auf die Baustelle zu. Sie wenden kurz vorher. Eine Anwohnerin beobachtet das. „Dann habe ich zumindest die nächsten Wochen meine Ruhe“, scherzt die Frau.

Allerdings nur während des ersten Bauabschnittes. Der soll laut Landesbehörde knapp die erste Hälfte der sechswöchigen Bauphase dauern. Ab dann ist der Verkehr in Richtung Leer zumindest wieder möglich. Ende November soll dann die Straße wieder ganz freigegeben werden.

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