Ironman auf Hawaii Magenschmerz, Hitze und Schlemmerbüfett
Frank Lünemann aus Warsingsfehn, Reinke Eiben aus Emden und Matthias Heinken aus Aurich erlebten unvergessliche Momente. Die drei Ostfriesen erzählen, wie sie das Mega-Event auf der Insel erlebt haben.
Kailua-Kona - Mit der Teilnahme beim Ironman auf Hawaii haben drei Triathleten ostfriesische Sportgeschichte geschrieben. „Das sind Erlebnisse, die man niemals vergisst und von denen man irgendwann seinen Enkelkindern erzählen kann“, sagte Reinke Eiben. Der Emder und die zwei weiteren Ostfriesen erzählen, wie sie das Mega-Event mit rund 4700 Teilnehmern auf der Traum-Insel erlebt haben.
Frank Lünemann
Bis Kilometer 140 auf der Radstrecke lief es für den Warsingsfehner ziemlich gut. Doch dann begann sein Magen zu streiken. Außer Getränken bekam er an den Verpflegungsständen nichts mehr runter. „Mein Magen hat komplett zugemacht“, berichtete Lünemann. Aufgeben kam für den Moormerländer aber nicht infrage – ohne Ironman-Medaille im Gepäck wollte er auf keinen Fall zurückfliegen. So bewies er enorme mentale Stärke, wechselte nach insgesamt 180 Kilometern vom Rad auf die Marathonstrecke. Bis Kilometer 14 ging es Lünemann noch ganz gut, danach musste er immer wieder Tempo herausnehmen und Gehpausen zu den Verpflegungsständen einlegen. Schritt für Schritt biss sich der 44-Jährige durch, bis nach den restlichen knapp 28 Kilometern die ersehnten Worte „You are an Ironman!“ von Moderatoren-Legende Mike Reilly erklangen. „Das war ein fantastisches Erlebnis“, sagte Lünemann. Sein vorab gestecktes Ziel, unter zehn Stunden zu bleiben, schaffte er zwar nicht, mit seiner Zeit von 10:37:26 Stunden ist er dennoch vollkommen zufrieden.
Reinke Eiben
„Es war ein atemberaubendes Erlebnis“, sagte der Emder. Weil seine Vorbereitung wegen eines Infekts und einer Corona-Infektion nicht optimal verlaufen war und er letztlich nur drei intensive Trainingsmonate hatte, wollte Eiben den Ironman möglichst fehlerfrei absolvieren und einfach nur ins Ziel kommen. Die Zeit sei nebensächlich gewesen, wobei er letztlich dennoch unter zehn Stunden blieb und auf seine Zielzeit von 9:46:44 Stunden stolz sein kann – zumal die Bedingungen auf Hawaii vor allem durch die Hitze enorm hart gewesen seien. Der Emder, der sich im vergangenen Jahr als einziger Ostfriese direkt für Hawaii qualifiziert hatte, war Samstagfrüh (Ortszeit) in der Altersklasse M35-39 gestartet. Auf dem ersten Kilometer kam es im Pazifik zum Gedränge. „Die ersten 500 bis 1000 Meter war es schwierig, sich aus dem Pulk zu befreien“, berichtete Eiben, der sich aber absetzen konnte und als Neunter seiner Altersklasse aus den Wellen stieg. Auf dem Rad kämpfte er dann nicht nur gegen die Kilometer, sondern 30, 40 Kilometer auch gegen den Gegenwind. „Das hat sich ziemlich gezogen“, sagte Eiben.
Mit dem Zieleinlauf hat Eiben seine sportliche Wettkampf-Laufbahn vorerst beendet. Der Emder, der im Juni vergangenen Jahres Vater geworden ist, möchte seine Zeit nun mehr seiner Familie widmen, die nach den Vorbereitungsstrapazen nun Priorität hat.
Matthias Heinken
Nach seinem Wettkampf am Donnerstag stand sein Handy an den folgenden Tagen nicht still. „Ich habe geschätzt rund 150 Nachrichten bei Whatsapp bekommen“, freute er sich über die Glückwünsche aus Ostfriesland. Nachdem sein Start wegen seiner Verbrennungen am Unterarm und an der Hand, die er sich bei einer Autopanne zugezogen hatte, zunächst noch auf der Kippe stand, glückte am Ende doch noch der Hawaii-Start. „Die Verletzungen waren gut abgeklungen“, sagte der Auricher, der die Haut am Arm aber vorsorglich mit Vaseline vor dem Salzwasser und mit Armlingen vor der Hitze schützte. Der 29-jährige Triathlet des TV Norden legte nach dem Schwimmen (3,86 Kilometer) und Radfahren (180,2) trotz der Hitze noch eine sensationelle Marathonzeit von 3:23:08 Stunden hin. Nach 9:42:54 Stunden erreichte er schließlich unter dem Applaus etlicher Zuschauer das Ziel, wo ihn zunächst die Helfer in Empfang nahmen. „Sie haben mich mehrmals gefragt, ob es mir gut ginge“, berichtete Heinken.