Landtagswahl 2022 Ulf Thiele setzt sich zum fünften Mal durch
Der CDU-Politiker Ulf Thiele setzte sich gegen Sascha Laaken (SPD) durch. Trotzdem war er mit dem Ergebnis seiner Partei nicht zufrieden.
Leer - Es war ein Herzschlag-Finale: Ulf Thiele gewinnt zum fünften Mal in Folge den Wahlkreis 83 Leer. Seit 2003 gewann der CDU-Politiker jede Landtagswahl direkt. Nach der Auszählung aller Stimmen gegen 21 Uhr lag er 1.626 Stimmen vor seinem Konkurrenten Sascha Laaken von der SPD. Thiele erhielt 35,68 Prozent der Stimmen. Laaken konnte 31,87 Prozent der Wählerinnen und Wähler von sich überzeugen.
Herzliche Gratulation unter Kandidaten
„Gerade im Hinblick auf das Ergebnis meiner Partei auf Landesebene kann ich nur mit Demut auf das Ergebnis schauen“, sagte Thiele am Wahlabend. Vor allem, wenn man bedenke, dass die SPD bei den Zweitstimmen im Wahlkreis mit 33,54 Prozent vor der CDU mit 29,51 Prozent gelandet sei. „Es ist ein Vertrauensbeweis gegenüber meiner Person und ich werde in den nächsten fünf Jahren hart dafür arbeiten, um dieses Vertrauen nicht zu enttäuschen“, sagte er weiter. In der Landes-CDU werde man nun Gespräche führen müssen. „Ich hätte Bernd Althusmann ein besseres Ergebnis gewünscht“, sagte der stellvertretende Vorsitzende und finanzpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Ob der Rücktritt des CDU-Spitzenmannes Althusmann Konsequenzen für den Stallbrüggerfelder haben könnte, kommentierte er nicht weiter. „Wir müssen jetzt beraten“, so Thiele.
Der CDU-Kandidat war beim Eintreffen im Mariko noch sehr nervös. Dort liefen die Ergebnisse des Wahlkreises zusammen und wurden von Landrat und Wahlleiter Matthias Groote (SPD) offiziell verkündet. Thieles Anspannung löste sich erst, nachdem sein stärkster Konkurrent, Sascha Laaken (SPD), ihm gratuliert hatte. Ein tiefer Seufzer entfuhr Thiele, als Laaken ihm die Hand reichte. Die beiden Männer begegneten sich freundlich und dankten sich gegenseitig, aufrichtig und herzlich für den fairen Wahlkampf. Laaken und Thiele waren bereits 2013 und 2017 gegeneinander angetreten. Jedes Mal konnte Thiele das direkte Duell für sich entscheiden.
Der Ostrhauderfehner Laaken hingegen nahm sein Ergebnis recht unberührt entgegen. „Ich habe ein lachendes und ein weinendes Auge. Ich freue mich sehr über den Sieg meiner Partei. Mein eigenes Ergebnis macht mich natürlich nicht zufrieden“, sagte er. Ein Einzug über die Liste war am Sonntagabend eher unwahrscheinlich. Der 50-Jährige ging nicht davon aus, wieder in den Landtag einzuziehen, in den er im vergangenen Jahr als Nachrücker eingezogen war. „Ich bereite mich darauf vor, wieder meinen alten Beruf zu übernehmen – als Schutzmann. Das hat mir 36 Jahre lang Spaß gemacht“, sagte er. Er danke seiner Familie und den Helfern seiner Partei für ihr Engagement.
Niedergeschlagen zeigte sich hingegen Carl Friedrich Brüggemann. Der Kreisgeschäftsführer der FDP war mit den Ergebnissen seiner Partei ganz und gar nicht zufrieden. „Bis 18 Uhr war ich noch optimistisch, dass die Wahlprognosen sich irren. Doch jetzt bin ich wirklich enttäuscht“, so Brüggemann. Mit dem Wahlkampf von Steffen Oesterlen (Hesel) im Wahlkreis 83 für die FDP sei er aber zufrieden. Er haderte mit dem Ergebnis. „Dass uns die Ampel so auf die Füße fällt, ist mir mich nicht erklärbar“, sagte Brüggemann.
Grüne zufrieden, AfD stark
Zufrieden mit dem Abschneiden seiner Partei auf Landesebene war Lüder Müller von den Grünen. Der 32-Jährige wird selbst nicht in den Landtag einziehen, holte aber 10,11 Prozent der Stimmen. Die Themen der Grünen seien gut angekommen bei den Wählerinnen und Wählern. Der Leeraner freue sich nun auf eine Rot-Grüne-Regierungskoalition. „Erschreckt hat mich der Rechtsruck im Land“, sagte Müller.
Im Landkreis Leer holte die AfD 13,52 Prozent der Stimmen, Kandidat Rolf-Dieter Hohmann landete mit 12,46 Prozent der Stimmen sogar auf Platz drei hinter Laaken und Thiele bei den Direktstimmen. In den Landtag wird er dennoch nicht einziehen.
Frank Hellmers von den Freien Wählern erzielte 2,78 Prozent der Stimmen - insgesamt 1190 von 43.205 Wählern sprachen sich für ihn aus. „Ich habe im Wahlkampf tolle Gespräche geführt und tolle Leute kennengelernt. Es war mir wichtig, ins Gespräch zu kommen“, sagte der Rhauderfehner. Matthias Janssen von der Partei die Basis erhielt 1,36 Prozent der Stimmen. Franziska Junker von den Linken aus Hesel wird – trotz guter Listenplatzierung – nicht in den Landtag einziehen. Ihre Partei verpasste erneut den Einzug in den Landtag.