Hannover  Chef-Aufklärerin im NDR-Skandal nun selbst der Vetternwirtschaft beschuldigt

Florian Goerres
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Von Florian Goerres
| 04.10.2022 20:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Im Zentrum der Vorwürfe: Die stellvertretende Intendantin des NDR Andrea Lütke Foto: picture alliance/dpa/NDR Presse und Information
Im Zentrum der Vorwürfe: Die stellvertretende Intendantin des NDR Andrea Lütke Foto: picture alliance/dpa/NDR Presse und Information
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Der „Business Insider“ wirft der stellvertretenden Intendantin des NDR Vetternwirtschaft vor. Grund sind die Verflechtungen mit einer Produktionsfirma. Der NDR sieht kein Problem.

Die Vetternwirtschaftsvorwürfe im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gehen weiter. Während die Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen in der RBB-Affäre ausweitet, veröffentlicht der „Business Insider“ Informationen zu einem möglichen Skandal im NDR Niedersachsen.

Im Zentrum der Recherchen steht Andrea Lütke, stellvertretende Intendantin des NDR. Besonders brisant: Lütke leitet ein angeblich unabhängiges Team, welches die bereits bestehenden Vorwürfe aufklären soll. Das geht aus einer Mitteilung des NDR hervor.

Der konkrete Vorwurf: Es soll eine zu enge Beziehung zwischen Lütkes Familie und der Produktionsfirma Cineteam Hannover GmbH geben. Die Firma produziert im Auftrag des NDR unter anderem „Die Comedy Gala“ und weitere Formate, auch mit dem mittlerweile umstrittenen Influencer Fynn Kliemann.

Der „Business Insider“ sieht aber ein Problem in der Zusammenarbeit. Denn zum einen zahle die Produktionsfirma jährlich eine fünfstellige Miete an Lütkes Familie für deren Fachwerkhaus direkt neben Lütkes Wohnhaus. Somit entstehe dem „Business Insider“ zufolge NDR-Qualitätsfernsehen auf dem Grundstück der NDR-Landesfunkhauschefin.

Zum anderen habe Lütkes Ehemann Horst M. die Vorgängerfirma von Cineteam Hannover gegründet und sei bis heute eng mit der Firma verwoben. So sei M. weiterhin unter der Firmennummer der Produktionsfirma zu erreichen, es habe zudem gemeinsame Urlaube und ein Praktikum des Sohnes in der Firma gegeben.

Der NDR sieht hier keinen Interessenskonflikt. Die persönlichen Beziehungen seien bekannt gewesen und Lütke vor dem Verkauf der Firma „nicht für die Beauftragung von Produktionen für das Landesfunkhaus Niedersachsen verantwortlich“, zitiert der „Business Insider“ eine NDR-Sprecherin.

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