Aktenzeichen XY ungelöst  Neue Hinweise zum versuchten Raubmord

Christian Belling
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Von Christian Belling
| 03.10.2022 19:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Live-Studio von „Aktenzeichen XY“ hatte während der Sendung am 24. August Andrea Rackebrandt von der Kriminalpolizei in Lingen Moderator Rudi Cerne Rede und Antwort gestanden. Foto: ZDF/Bredow (Screenshot)
Im Live-Studio von „Aktenzeichen XY“ hatte während der Sendung am 24. August Andrea Rackebrandt von der Kriminalpolizei in Lingen Moderator Rudi Cerne Rede und Antwort gestanden. Foto: ZDF/Bredow (Screenshot)
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Im August war ein Fall aus dem emsländischen Hüven in der Fahndungssendung Aktenzeichen XY ungelöst... ausgestrahlt worden. Dazu gingen bei der Kripo Lingen etliche Hinweise ein.

Hüven - Zahlreiche neue Hinweise sind vor vier Wochen bei der Polizei eingegangen, nachdem in der Sendung „Aktenzeichen XY“ ein versuchter Raubmord in Hüven thematisiert wurde. Ist eine heiße Spur dabei?

Schon kurz nach Ausstrahlung der Livesendung am 24. August im ZDF waren nach Angaben des Senders bei der zuständigen Polizei in Lingen Hinweise im zweistelligen Bereich eingegangen. Das ZDF sprach von „einigen interessanten Meldungen“.

Von maskierten Männern im Schlaf überrascht

Ob sich daraus Erkenntnisse ergeben, würden die Ermittlungen in den nächsten Tagen zeigen, hieß es einen Tag nach der Ausstrahlung. Gut vier Wochen später dauern diese noch an. „Es sind seit der Ausstrahlung bei Aktenzeichen XY zahlreiche neue Hinweise eingegangen, die aktuell noch ausgewertet werden müssen“, teilt jetzt Christopher Degner von der Pressestelle der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim auf Anfrage unserer Redaktion mit. Aus ermittlungstaktischen Gründen könne er dazu keine weiteren Informationen weitergeben.

Die brutale Tat, die sich im November 2021 in Hüven ereignet hat, war in der Sendung am 24. August einer von drei Filmfällen in der legendären Fahndungssendung. In den nachgestellten Szenen wurden Brutalität und Ausmaß des Geschehens, wie es sich in der Nacht vom 23. auf den 24. November 2021 in dem abgelegenen Wohnhaus auf dem Betriebsgelände eines damals 67-jährigen Gebrauchtwagen- und Nutzfahrzeughändlers sowie seiner zehn Jahre jüngeren Lebensgefährtin abgespielt haben muss, deutlich. Es ging um Leben und Tod.

Gefesselt und verprügelt

Der Mann lag im Bett, die Frau war auf dem Sofa vor dem Fernseher eingeschlafen, als sie von den Tätern überrascht wurden. Sie fesselten und knebelten ihre Opfer mit Kabelbindern und Klebeband.

Mehrfach wurde der Mann mit einem dicken Holzknüppel auf den Kopf geschlagen. Seine Wunden bluteten stark – auch weil er wegen seines Blutdrucks blutverdünnende Medikamente nehmen muss. Mehrfach verlor der 67-jährige Fahrzeughändler das Bewusstsein.

Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt

Die Täter – einer schätzungsweise etwa 1,85 Meter groß, der andere deutlich kleiner (1,65 Meter) - erbeuteten Bargeld und Schmuck, darunter ein Plagiat einer Breitling Herrenuhr Chronomat Longitude mit silbernem Metallarmband und gelb-schwarzem Ziffernblatt.

Die Beschreibungen der Räuber sind indes insgesamt vage. Beide sollen Deutsch mit osteuropäischem Akzent gesprochen haben. Als Tatwaffe stellte die Polizei den Holzknüppel sicher, der in Größe und Schwere einem Baseballschläger gleicht.

„Ähnlich einem Baseballschläger“ – mit diesen Worten beschreibt die Polizei die Massivität des später sichergestellten Holzknüppels. Foto: Polizei
„Ähnlich einem Baseballschläger“ – mit diesen Worten beschreibt die Polizei die Massivität des später sichergestellten Holzknüppels. Foto: Polizei

Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens in Hüven und Ergreifung der Täter führen, ist eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0591/87400 entgegen.

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