Folgen der Energiekrise Stadt Weener muss sparen – und schließt das Jugendzentrum
Die drei Rheiderland-Kommunen reagieren auf die Energiekrise und führen Sparmaßnahmen ein. Das hat auch Folgen für Kinder und Jugendliche.
Rheiderland - Die aktuelle Situation zwingt auch die Rheiderland-Kommunen, den Verbrauch von Gas und Strom kurz- und mittelfristig zu senken. Die Bürgerinnen und Bürger werden die Folgen der Sparmaßnahmen zu spüren bekommen – unter anderem auch die Jüngsten in Weener.
Politik und Verwaltung haben die Schließung des Jugendzentrums Tichelwarf beschlossen – allerdings nur zeitlich befristet. Vom 1. November bis zum 1. März 2023 bleibt die Einrichtung am Alten Sandweg geschlossen. „Die Jugendlichen werden in dieser Zeit im Jugendzentrum Wasserturm betreut und durch dezentrale Angebote im Stadtgebiet angesprochen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Weener.
Kommt die kalte Dusche für Sportler?
Vermieden werden konnte eine Schließung des „Hauses der Vereine“ am Beningaweg. Das städtische Gebäude wird von vielen Gruppen und Vereinen genutzt. Doch auch hier gibt es laut Verwaltung eine Einschränkung: Die Raumtemperatur wird auf 19 Grad gesenkt. Ob die Sportler der Weeneraner Vereine nach dem Training nur noch kalt duschen können, ist noch offen. „Hinsichtlich einer möglichen Abschaltung der Warmwasseraufbereitung in Sporthallen steht die Stadtverwaltung im Austausch mit dem Landkreis Leer. Hierzu wurde bislang kein Beschluss gefasst“, schreibt Stadtsprecherin Kerstin Beier in der Mitteilung.
Durch die neue Bundesverordnung zur Sicherung der Energieversorgung gibt es bereits zahlreiche Vorgaben, die die Stadtverwaltung ohnehin durchführen muss. Beispielsweise ist die Stadt verpflichtet, die Raumtemperatur in Büros und Lagerräumen der städtischen Einrichtungen abzusenken und auf die Außenbeleuchtung von Gebäuden und Denkmälern zu verzichten. „Intern hat die Verwaltung darüber hinaus den Einsatz von Klimageräten und Heizlüftern untersagt. Außerdem ist eine Schließung des Rathauses in der Zeit zwischen dem 27. Dezember und 30. Dezember geplant“, so Beier weiter.
Laternen gehen früher aus
Einige Maßnahmen werden auch die Einwohner direkt betreffen. Beschlossen wurde, die Straßenbeleuchtung ab 1. Oktober bis zum 31. März 2023 sonntags bis donnerstags um 22 Uhr auszuschalten und täglich um 6 Uhr anzuschalten. Die Laternen brennen somit zwei Stunden weniger. Freitags und samstags wird die Straßenbeleuchtung wie bisher um 23.59 Uhr ausgeschaltet. „Die Schaltzeiten an wichtigen Kreuzungsbereichen bleiben unverändert“, heißt es in der Mitteilung der Stadt.
„Viel Spielraum zum Einsparen bleibt uns in den städtischen Liegenschaften leider nicht“, wird Bürgermeister Heiko Abbas in der Mitteilung zitiert. Kindergärten, die Kinderkrippe und die Schulen bleiben nach seinen Worten von den Energiesparmaßnahmen unberührt.
Auch Bunde und Jemgum wollen sparen
Das gilt auch für die Gemeinde Bunde. Dort hat der Verwaltungsausschuss bereits in der vergangenen Woche über weitere Energiesparmaßnahmen beraten. „Wir prüfen noch, ob das Rathaus zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen bleiben soll“, so Bürgermeister Uwe Sap. Die Straßenlaternen in Bunde gehen schon seit September zwei Stunden früher aus als bisher, also um 22 Uhr. An den Wochenenden brennen die Laternen wie bisher bis 1 Uhr nachts. „Bei der Straßenbeleuchtung lässt sich allerdings nur ein kleiner Einspareffekt erzielen, weil wir 95 Prozent der Laternen in der Vergangenheit schon auf LED umgestellt haben.“
In öffentlichen Gebäuden werde die Raumtemperatur auf 19 Grad reduziert. Schulen, Krippen und Kindergärten sind davon ausgenommen. Verzichtet werden soll vorerst noch darauf, das warme Wasser in den Sporthallen abzudrehen. Das Mölenlandbad bietet aktuell kein Einsparpotenzial. Seitdem der Schwimmmeister überraschend gestorben ist, ist das Bad geschlossen. Sobald ein Nachfolger gefunden ist, soll das Bad wieder eröffnen. Über den Verzicht auf die Inbetriebnahme der Dampfsauna oder die Absenkung der Wassertemperatur im Becken müsse zur gegebenen Zeit beraten werden.
Sparmaßnahmen sind auch in der Gemeinde Jemgum geplant. „Die Verwaltung hat eine Vorlage mit Maßnahmen ausgearbeitet“, sagte Rainer Smidt, allgemeiner Stellvertreter des Bürgermeisters, auf Nachfrage. Die Vorlage wird dem nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschusses an diesem Donnerstag vorlegt. Daher wollte Smidt vorab keine weiteren Erläuterungen zu den von der Verwaltung vorgeschlagenen Einsparmaßnahmen geben. Die Politik werde über das Maßnahmenpaket entscheiden.