Ärger in der Ostfrieslandliga Kreisligaspiel trotz Hochzeit – Visquard ist sauer auf Loga
Ein Verlegungswunsch von Visquard wegen der Hochzeit eines Spielers wurde nicht erfüllt. Der RSV musste deshalb nach der Party nach Loga reisen und verlor 0:6. Der RSV-Trainer ist noch immer sauer.
Loga/Visquard - Mit Restalkohol im Blut, etwas Wut im Bauch und im feinen Hochzeits-Party-Outfit sind die Ostfrieslandliga-Fußballer vom RSV Visquard am Sonntag zum Auswärtsspiel nach Loga gereist. Die Visquarder hatten in der Nacht zuvor die Hochzeit ihres Mitspielers Daniel Schwidder gefeiert. Dass der Verlegungswunsch der Krummhörner im Vorfeld trotz mehrfacher Versuche nicht erfüllt wurde, ärgert sie auch nach der 0:6-Niederlage bei Frisia Loga noch immer. „Ich bin schwer enttäuscht vom Gegner. Wir haben so viel angeboten, aber Frisia ist auf nichts eingegangen“, sagte Trainer Stefan Eeten.
Die Leistung seiner Mannschaft wiederum lobte er angesichts der Umstände. „Ich ziehe den Hut vor meinen Jungs, sie haben alles was möglich war gegeben.“ Erst am Ende der Partie wurde es eine deutliche Angelegenheit.
Kein Zapfenstreich für die Spieler
Nachdem wenige Tage vor dem Spiel ein letzter Visquarder Versuch gescheitert war, stand das straffe Wochenend-Programm für die Krummhörner fest: Samstag kirchliche Trauung in Visquard und anschließend große Saalfeier in Wybelsum – Sonntag um 15 Uhr Kreisliga-Fußball in Leer. „Es gab keinen Zapfenstreich für die Spieler. Sie durften ganz normal feiern, so als wenn wir sonntags kein Spiel gehabt hätten. Wir sind ja keine Profis und im Amateurfußball unterwegs“, sagte Stefan Eeten. Er selbst habe gegen 2 Uhr die Feier verlassen, die meisten Spieler erst einige Stunden später.
Ihren Unmut über die nicht zustande gekommene Spielverlegung drückten die Krummhörner am Sonntag auch mit ihren Outfits an. Sie zogen fast alle ihren schicken „Zwirn“ von der Hochzeitsparty wieder an. Statt im grünen Trainingsanzug marschierten die RSV-Spieler in Jeans- oder Stoffhose, mit weißem Hemd und teils Jackett auf das Frisia-Gelände, bevor sie sich ihre Fußball-Kluft anzogen.
Erste Anfrage im Sommer
Daniel und Christin Schwidder hatten am Abend zuvor die gesamte Mannschaft zur Feier eingeladen. „Wir sind in unserem kleinen Dorf eine große Familie“, sagt Stefan Eeten. Das stimmt sogar im doppelten Sinne – denn beim RSV sind viele Fußballer miteinander verwandt. Beim „RSV Eeten“ stecken auch in anderen Namen teils Eetens. Bräutigam Daniel Schwidder ist zum Beispiel der Neffe von Stefan Eeten. „Er ist der Sohn meiner Schwester Insa.“ Familie Eeten umfasste einst unglaubliche 17 Geschwister, zwei sind schon verstorben.
Laut Stefan Eeten habe er im Sommer beim Staffeltag schon den Verlegungswunsch beim Gegner platziert, sich dann vier bis fünf Wochen vor der Partie nochmals bei Loga gemeldet. „Wir haben alles angeboten: wir wären samstags gekommen, unter der Woche oder auch erst im nächsten Jahr. Auch einen Heimrechttausch haben wir vorgeschlagen oder einen späteren Anstoß am Sonntag, damit wir etwas mehr Regenerationszeit gehabt hätten – aber nichts war möglich.“
Das sagt Frisia Loga
Loga-Trainer Jörg Ulferts sagt, er findet es auch schade für den RSV, dass eine Verlegung nicht zustande gekommen sei. Als kleine „Wiedergutmachung“ gab es vor dem Spiel von Frisia Kaffee für den Gast, nach der Partie Wurst und ein Kaltgetränk. „Uns hätten bei den anderen Spielterminen aber immer Spieler gefehlt. Es hat einfach nicht gepasst“, erklärt Ulferts. „Wir haben das als Verein dann auch so zusammen entschieden, nicht zu verlegen. Wir wollten die Partie auch nicht ins nächste Jahr legen.“
So trafen sich die Visquarder Sonntag nach einer kurzen Nacht um 12.45 Uhr zur Abfahrt. „Alle waren pünktlich“, sagt Trainer Eeten, der einen 30er-Bus für die Anreise organisiert hatte. Auch wenn es zwischen den Verantwortlichen vor dem Spiel nicht die übliche Begrüßung gab, blieb die Partie auf dem Rasen friedlich. Loga feierte am Ende einen verdienten und deutlichen 6:0-Sieg. Das Rückspiel Anfang April dürfte sicherlich ein viel engeres Spiel werden.