Ostfrieslands Handel im Energiesparmodus Läden und Sparkassen schließen
Um Kosten und Energie zu sparen, reduzieren Geldautomaten und Geschäfte in Ostfriesland ihre Öffnungszeiten. Manche Filialen und Läden schließen sogar zeitweise ganz.
Ostfriesland/Hannover - Der Handel schaltet in den Energiesparmodus. Nicht nur die Beleuchtungen gehen früher aus, sondern auch die Läden schließen früher – und öffnen später. Oder öffnen gar nicht. Und auch die Geldhäuser schalten radikal ins Sparprogramm.
Die Sparkasse Leer-Wittmund wird sogar vorübergehend Filialen schließen. Das teilten die beiden Vorstände Carsten Rinne und Ingo Fortkamp am Montagnachmittag mit. Man habe sich zu diesem Schritt entschlossen, um den Energiesparvorgaben der Bundesregierung nachzukommen. Betroffen sind die Filialen Filsum, Flachsmeer, Heisfelde, Jemgum, Möhlenwarf, Neermoor, Ostrhauderfehn und Westerholt. Außerdem werden die Geldautomaten der Sparkassen zwischen 22 und 6 Uhr ausgeschaltet, ein Geldabheben wird in dieser Zeit nicht mehr möglich sein. Ursprünglich waren die Automaten bis 0 Uhr erreichbar. Die Filialen werden ab dem 10. Oktober schließen, die Öffnungszeiten der Geldautomatenstandorte sind ab sofort geändert. Bei der Ostfriesischen Volksbank (OVB) sind derlei Einschränkungen bisher nicht geplant, wie es hieß.
Sparkasse Leer-Wittmund schließt Filialen
Combi und Aldi schränken Öffnungszeiten ein
Multi öffnet wieder länger – das hat sich geändert
Ceka reduziert Öffnungszeit um eine Stunde
Im Einzelhandel sieht das anders aus: In Leer wird beispielsweise das Kaufhaus Ceka ab dem 1. Oktober seine Öffnungszeiten reduzieren. „Wir öffnen dann von 10 bis 18 Uhr und sparen morgens und abends je eine halbe Stunde“, erklärte Geschäftsführer Jan-Wilhelm Dörries. „Auf diese Weise reduzieren wir unseren Energieverbrauch um zehn Prozent.“ Abgesehen davon drehe man, wie von der Bundesregierung vorgegeben, die Temperatur in den Verkaufsräumen auf 19 Grad herunter. „Das kann man aber gut verkraften“, ist Dörries überzeugt. Das Kaufhaus einen ganzen Tag pro Woche zu schließen, kommt für ihn aber nicht infrage. „Das ist für ein Geschäft in der Innenstadt keine Alternative.“
Montags bleibt Möbel Eilers bald geschlossen
Anders sieht das vor den Toren der Stadt aus, etwa in Apen. Dort wird Möbel Eilers vom 1. November an montags geschlossen bleiben. „Das war ein Vorschlag vom Mittelstandsverbund für die Möbelgeschäfte“, sagte Inhaber Claus Eilers. „Green Monday“ („Grüner Montag“) nennt der Verbund, in dem fast 12.000 Möbelhandelsunternehmen vereint sind, diese Aktion, die zunächst bis März 2023 dauern soll.
Eilers sieht darin durchaus Vorteile: „Wir können Samstagabend nicht nur das Licht ausschalten, sondern auch die Heizung runterdrehen. Das wird sich bei unseren 20.000 Quadratmeter Fläche sicher bemerkbar machen.“ Ein Personalabbau gehe mit der Aktion aber nicht einher. „Die Mitarbeiter haben ihren freien Tag pro Woche dann einfach alle am Montag. Damit haben sie künftig auch eine Art Wochenende“, so Eilers.
Vereinzelt sind in Niedersachsen auch schon Maßnahmen im Bereich der Lebensmittelversorgung im Gespräch. Nach einem Bericht der „Braunschweiger Zeitung“ haben vier zur Edeka-Gruppe gehörende Supermärkte in Braunschweig ihre Ladenschlusszeiten auf 20 Uhr vorgezogen.
Multi und Bünting halten an ihren Zeiten fest
Solche Überlegungen gibt es bei den Multi-Märkten in Leer und Emden bisher nicht, betonte Matthias Brahms, Inhaber von Multi Süd in Leer. Dort halte man an den bisherigen Zeiten (8 bis 21 Uhr) weiter fest. Auch bei der Bünting-Gruppe, die die Lebensmittler Combi und Famila betreibt, „ist derzeit keine Reduzierung der Öffnungszeiten geplant“, teilte die Pressestelle auf Nachfrage mit. Man beobachte aber „laufend die Situation“.
Vom Handelsverband Niedersachsen-Bremen gibt es keine einheitlichen Empfehlungen an die Mitglieder, auch nicht von der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Ostfriesland und Papenburg. Die Herausforderungen für die Händler seien einfach zu unterschiedlich, sagte Mark Alexander Krack, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands. Der Verband hat aber „schnelle Tipps zum Energiesparen“ zusammengetragen. Darin geht es etwa um Beleuchtung, den Umgang mit Heizungen und Klimaanlagen sowie die Mitarbeitersensibilisierung.
Mit Material von DPA