Berlin Christian Lindner fordert Deckelung von Rundfunkgebühren
Nachdem die Öffentlich-Rechtlichen zuletzt mit fragwürdigen Personalausgaben aufgefallen waren, fordert FDP-Chef Lindner entsprechende Einsparungen. Diese sollen gleichzeitig Haushalte entlasten.
Nach seinem Vorschlag, einen freiwilligen Gehälterdeckel unterhalb der Einkünfte des Bundeskanzlers für das Spitzenpersonal bei den Öffentlich-Rechtlichen einzuführen, hat Bundesfinanzminister Christian Lindner jetzt nachgelegt. In einem Gespräch mit unserer Zeitung forderte der FDP-Vorsitzende, die Rundfunkgebühren einzufrieren. „Dass ARD, ZDF und Phoenix live und parallel vom Begräbnis der Queen aus London senden und mit jeweils eigenem Personal in London sind, belegt anschaulich, dass es erhebliches Einsparpotenzial gibt“, merkte Lindner als Beispiel aus diesen Tagen an.
ARD und ZDF haben für die Berichterstattung zum Queen-Begräbnis insgesamt rund 50 Mitarbeiter aus Deutschland nach London geschickt, um gleichzeitig über die Geschehnisse zu senden. Für gewöhnlich findet die Berichterstattung zu royalen Anlässen zwischen der ARD und dem ZDF im Wechsel statt. Auch zuvor sorgte der große Personalaufwand der Öffentlich-Rechtlichen bereits für Gesprächsstoff, als 58 Redakteure für den CDU-Parteitag in Hannover vor Ort waren.
„Die Gebührenerhöhungen auszusetzen entlastet die Menschen in einer Zeit rapide steigender Preise“, sagte der Finanzminister. Es diene zugleich als Anreiz für die Anstalten, schlanker zu werden und sich auf ihren Kernauftrag zu konzentrieren. „Ich bin mir sicher, dass durch Kooperation hohe Summen gespart werden können, ohne dass sich dies am Programm negativ bemerkbar macht“, sagte der FDP-Chef.