Emder Vorstand äußert sich Nach Skandal-Interview ist Daniel Franziskus im Abseits
Das Thema schien eigentlich zu den Akten gelegt worden zu sein. Doch das „Kicker“-Interview des Fast-Sportdirektors von Kickers Emden, Daniel Franziskus, schlägt hohe Wellen.
Emden - In dem Gespräch vom letzten Donnerstag mit dem „Kicker“ fordert Daniel Franziskus indirekt die Entlassung von Trainer Stefan Emmerling. „Jeder andere Trainer in der Regionalliga wäre schon geflogen. Ein neuer Impuls wäre nicht schlecht. Lassen sie es laufen, sehe ich schwarz für den Klassenerhalt“, so Franziskus gegenüber dem Fußball-Fachmagazin. Die Äußerungen sind insofern überraschend, hatte Franziskus doch nach wie vor auf eine Position beim Emder Fußball-Regionalligisten gehofft.
Nach dem Theater im Vorfeld der Spielzeit, als mit Franziskus ein Vertrag ausgehandelt worden war, danach es aber doch zu keiner Zusammenarbeit kam, ruhte der Kontrakt mit dem ehemaligen Fußballer und Ex-Co-Trainer von Phönix Lübeck und GW Firrel. Albert Ammermann, stellvertretender Vorsitzender bei Kickers, zeigte sich über das Interview sehr überrascht. „Ich finde es persönlich sehr schade, dass Daniel Franziskus erneut an die Öffentlichkeit gegangen ist. Um es mal so zu sagen: Wenn ich mir eine Aufgabe bei Kickers Emden erhoffe, sind solche Äußerungen sicher nicht gerade förderlich“, wird Ammermann deutlich.
„Franziskus wird aktuell nicht bezahlt“
Ammermann weilte in der letzten Woche im Urlaub, konnte sich zu dieser Sache noch nicht persönlich mit seinen Vorstandskollegen austauschen und hatte auch noch keinen Kontakt zu Daniel Franziskus. Nach dem Skandal-Interview scheint es ausgeschlossen, dass Franziskus in nächster Zeit noch einmal für eine Aufgabe bei Kickers Emden in Frage kommt. Es ist schon sehr unüblich, sich über einen Kollegen in dieser Form öffentlich zu äußern.
Eigentlich waren die Beteiligten so verblieben, dass man die Situation nach einiger Zeit neu bewerten wollte und nach einer Aufgabe für Franziskus suche. Daher ruhte der Vertrag auch bisher. Franziskus hatte unserer Redaktion im Sommer erklärt, dass er auch nach wie vor auf der Gehaltsliste von Kickers stehe. Das verneinte Ammermann nun: „Daniel Franziskus wird aktuell nicht von uns bezahlt“, so Ammermann.
Trainer Emmerling fest im Sattel
Der zweite Vorsitzende äußerte sich auch zu den drastischen Forderungen von Franziskus. „Über die Trainerposition wird bei uns nicht ansatzweise diskutiert. Wir haben uns damals für Stefan Emmerling entschieden, weil wir langfristig etwas aufbauen und mit ihm zusammenarbeiten möchten“, so Ammermann. Der Vorstand arbeite noch intensiver mit dem Trainerstab zusammen, um das Ziel Klassenerhalt zu erreichen. Das sei auch ein ganz klares Signal an die Mannschaft.
„Natürlich hatten wir uns den Start auch ein wenig anders vorgestellt. Die hohen Niederlagen waren schon sehr unglücklich. Aber auch diese Krise wollen wir gemeinsam meistern“, so Ammermann. Schlusslicht Kickers Emden habe den kleinsten Etat der Regionalliga. „Zu einigen Teams fehlt halt auch finanziell eine ganze Menge, das dürfen wir nicht vergessen. Der Aufstieg kam für uns ja schon ein bisschen überraschend. Aber natürlich wollten wir die Chance auch wahrnehmen.“ Durch den schlechten Start hinken die Emder auch bei den Zuschauerzahlen hinter den Erwartungen zurück. „Uns war klar, dass wir nicht die tollen Zahlen aus der Aufstiegsrunde erreichen. Einige Derbys und interessante Gegner kommen ja noch. Auf rund 800 Zuschauer im Schnitt hatten wir schon gehofft“, so Ammermann.
Hoffnung auf Klassenerhalt
Trotz des schlechten Starts hat der BSV die Hoffnungen auf den Klassenerhalt noch nicht aufgegeben. „Wir halten auch weiterhin die Augen und Ohren offen, möglicherweise können wir auch personell noch etwas machen.“ Ammermann will auch nicht ausschließen, dass der ein oder andere Spieler, der bisher nicht wie erhofft zum Zuge kam, den Verein in der Winterpause wieder verlassen könnte. Aber eins steht für ihn felsenfest. Die Zukunft in Emden geht auch weiterhin mit Stefan Emmerling, der Vertrag des Coaches läuft noch bis zum Ende der Spielzeit 2023/2024.
Auch wenn die Saison noch sehr lang ist: Wie sähe es denn bei einem nicht auszuschließenden direkten Wiederabstieg aus, wäre der Trainer dann auch noch Stefan Emmerling? „Ein klares Ja“, versichert Ammermann.
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