Fußballspektakel vor Euro-Fete  Denkwürdige Bunder Aufholjagd nach 2:4 und Torwart-Rot

| | 18.09.2022 16:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nach der Roten Karte für Torhüter Marcel Kayser drehte der TV Bunde erst richtig auf. Foto: Lohmann
Nach der Roten Karte für Torhüter Marcel Kayser drehte der TV Bunde erst richtig auf. Foto: Lohmann
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In Holtland lag der TV Bunde scheinbar aussichtslos zurück. Doch es glückte die Wende. Ein Akteur sah die erste Rote Karte seines Fußballlebens.

Holtland - Die Euro-Fete gilt seit vielen Jahren als größte Freiluftparty in Bunde. Livemusik, Bier und gute Laune sind garantiert. Zur Premiere nach der Corona-Krise tauchten die Fußballer des TV Bunde so beschwingt wie selten zuvor bei der Fete auf. Sie hatten am Samstag wenige Stunden vorher eine Bezirksliga-Partie gewonnen, die wohl noch lange im Gedächtnis aller Beteiligten haften wird. Die Bunder lagen beim SV Holtland nach 73 Minuten mit 2:4 zurück, waren nach einer Roten Karte für Torhüter Marcel Kayser nur noch zu zehnt und gewannen durch ein Tor von Lukas Kappernagel in der 94. Minute mit 5:4.

„Da brachen alle Dämme“, sagte TV-Trainer Ralph Schmidt. Der Coach, der seit rund fünf Jahrzehnten bei den Bundern am Ball oder an der Linie aktiv war, konnte somit auch das unrühmliche Novum in seinem Fußballleben gut wegstecken. „Ich habe zum ersten Mal eine Rote Karte bekommen“, räumte der sonst so besonnene Trainer ein.

Rote Karte für „Idiot“

Als sein Klub nach einem Eigentor von Derk Bleeker zum Holtlander 1:0 den vermeintlichen Ausgleich erzielt hatte, hob der Linienrichter auf einmal die Fahne und der Schiedsrichter revidierte seine Tor-Entscheidung. Da geriet selbst Schmidt in Rage – und es rutschte ihm ein „Idiot“ heraus.

Fortan blieb vom Bunder-Trainergespann nur noch Matthias Schmidt an der Linie übrig. Ralph Schmidt wurde hinter die Bande verwiesen. Von dort erlebte er dann, wie Markus Winkler kurz vor der Pause einen Handelfmeter zum 1:1 verwandelte. Nach dem Wechsel folgte ein einzigartiges Fußball-Spektakel. Erst verwandelte Lukas Berghaus einen Foulelfmeter zum 2:1 für Holtland. Dann glich der Lukas auf der Bunder Seite (Kappernagel) zum 2:2 aus.

Siegtor in der 94. Minute

Es folgte der nächste Strafstoß für die Gastgeber und die Rote Karte für den Rheiderländer Torhüter. Marcel Kayser hatte zunächst glänzend gehalten, riss dann aber vor dem Nachschuss den SVH-Angreifer um. Für Kayser hütete dann Ersatzmann Joost Oltrop das Tor. Er konnte den fälligen Berghaus-Elfmetertreffer zum 3:2 nicht verhindern (70.). Als Berghaus drei Minuten später auf 4:2 erhöhte, schien der Sieg der Gastgeber perfekt.

Aber die Rheiderländer zeigten mit der Euro-Fete im Hinterkopf einzigartige Moral. Eine Minute nach dem 4:2 tankte sich Torjäger Eike Schmidt durch und verkürzte auf 4:3. Danach drängten die zehn Gäste-Akteure mit Macht auf den Ausgleich und gaben sich auch mit dem 4:4 von Christoph Buse in der 81. Minute noch nicht zufrieden. „Wir haben einfach weiter gestürmt“, sagte Ralph Schmidt.

Statistik

Tore: 1:0 Eigentor Bleeker (15.), 1:1 Winckler (Handelfmeter, 45.), 2:1 Berghaus (Foulelfmeter, 53.), 2:2 Kappernagel (59.), 3:2 Berghaus (Foulelfmeter, 70), 4:2 Berghaus (73.), 4:3 Schmidt (74.), 4:4 Buse (81.), 4:5 Kappernagel (94.).

Die Belohnung folgte in der 94. Minute. Auf Zuspiel von Eike Schmidt glückte Lukas Kappernagel tatsächlich noch das 4:5. Es folgten nahezu meisterliche Jubelszenen und nach der Rückkehr eine Party, die auch in der Nacht noch nicht beendet war. Denn am Sonntag-Nachmittag stand der Euro-Feten-Umzug durch Bunde auf dem Programm. Und da mischten die Helden von Samstag auf dem Treckeranhänger kräftig mit. Sie sangen aus Leibeskräften und feierten ihren Ort, ihren Verein und das denkwürdige 5:4.

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