London  Beerdigung der Queen im TV: Darum berichten ARD und ZDF parallel

Patrick Kern
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Von Patrick Kern
| 16.09.2022 16:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wenn am Montag Queen Elizabeth II. beigesetzt wird, sind auch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten stark vertreten. Foto: dpa/Christian Charisius
Wenn am Montag Queen Elizabeth II. beigesetzt wird, sind auch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten stark vertreten. Foto: dpa/Christian Charisius
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Erst jüngst hatte CDU-Chef Friedrich Merz die öffentlich-rechtlichen Sender für ihren großen Personaleinsatz beim Parteitag kritisiert. Für die Berichterstattung zur Queen-Beisetzung sind NDR und ZDF nun mit ähnlich vielen Mitarbeitern vor Ort.

Nach der Kritik vom CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz wegen des hohen Redakteurseinsatzes beim CDU-Parteitag fallen ARD und ZDF erneut mit einem großen Personalaufwand auf. Zur Berichterstattung über die Beisetzung von Queen Elizabeth II. schicken die beiden öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten rund 50 Mitarbeiter von Deutschland nach London.

„Neben dem Team des ZDF-Studios London kommen circa acht bis zehn Moderatoren, Reporter und Experten an verschiedenen Orten zum Einsatz“, teilte das ZDF unserer Redaktion mit. Dazu kämen noch 20 bis 30 Mitarbeiter aus Produktion und Technik sowie Kameraleute und Ortskräfte, sagte ein Sprecher. „Lange Sendestrecken wie die Übertragungen der Trauerfeierlichkeiten für die Queen erfordern einen entsprechenden Personaleinsatz“, rechtfertigt sich der Sender.

Der NDR, der die Berichterstattung für die ARD übernimmt, verstärke das 19-köpfige Team des ARD Studio London um zehn weitere Kräfte: „Diese zehn Personen sind – überschlagen – während der zehntägigen Trauerphase für die Queen vor Ort“, sagt eine Sprecherin des NDR und betont, dass der Personalaufwand für die umfangreiche Berichterstattung vergleichsweise niedrig sei.

Die zehn Mitarbeiter setzen sich Angaben des Senders zufolge aus je einem Journalisten für Radio und Bewegtbild, einer Aufnahmeleitung, zwei Technikern, zwei Personen für Kamera und Ton, zwei Cuttern sowie einem Videojournalisten zusammen.

Weiterlesen: Beerdigung der Queen im TV: Diese Sender zeigen die Trauerfeier

Normalerweise kümmert sich bei royalen Anlässen nur einer der beiden öffentlich-rechtlichen Sender um die Produktion. Dass dieses Mal beide parallel berichten, hängt laut einem ARD-Sprecher mit einer älteren Vereinbarung beider Rundfunkhäuser zusammen. Während der NDR die Sondersendungen in Hamburg produziert und zu den Live-Positionen nach London schaltet, produziert das ZDF seine Sendungen vor Ort.

Über die genauen Produktionskosten machten NDR und ZDF keine Angaben. Allerdings kann man wegen der kürzlich gestiegenen Hotelzimmerpreise durch das hohe Besucherinteresse in London davon ausgehen, dass die Geschäftsreisen mit deutlich erhöhten Ausgaben verbunden sind.

So bekam man am Freitag beispielsweise im „Thistle Bloomsbury Park“, einem Drei-Sterne-Hotel, ein Einzelzimmer für 313 Euro pro Nacht angeboten. Das Hotel befindet sich etwa 2,4 Kilometer von der Westminster Abbey entfernt, wo am Montag die Trauerfeier stattfindet. Selbst ein Bett in einem Schlafsaal kann um die 100 Euro kosten, wie im „Generator London“, etwa drei Kilometer von der Westminster Abbey entfernt.

Erst in der vergangenen Woche hatte Friedrich Merz ARD und ZDF wegen eines großen Personalaufwandes kritisiert. Zum CDU-Parteitag in Hannover habe es die „stolze Zahl von 58 Redakteurinnen und Redakteuren des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“ gegeben, sagte der CDU-Vorsitzende in seiner Auftaktrede. Nach „Bild“-Informationen kamen noch 139 Techniker und Kameraleute hinzu.

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