Touristische Entwicklung Outdoor-Werft-Investor wirft das Handtuch
Die Pläne für die umstrittene Freizeitanlage im Volkspark Bokel bei Papenburg sind vom Tisch. Nach Protesten zieht der Investor seine Konsequenzen.
Papenburg/Bokel - Paukenschlag in Papenburg: Die Pläne für die umstrittene Freizeitanlage „Outdoor Werft“ in Papenburg werden auch nicht im Volkspark Bokel realisiert. Im Rathaus sorgt der Rückzug des Investors nach massivem bürgerlichen Widerstand für Entsetzen. „Seit Donnerstagvormittag steht fest: Es wird keine Outdoor-Werft im Papenburger Volkspark geben.“ Mit diesen Worten beginnt eine Pressemitteilung der Stadt, die die Verwaltung herausgegeben hat.
Wie es nun aus dem Rathaus heißt, habe Investor Frank Fennen in einem Gespräch mit Vertretern der Verwaltung seine Entscheidung kundgetan und diese auch umfangreich begründet. „Es gibt eine Vielzahl von Gründen, die für mich gegen eine Realisierung des Projektes sprechen“, wird Fennen in der Mitteilung zitiert. Gegen sein Millionenvorhaben, das zunächst im Stadtpark und nach Gegenwind aus der Bevölkerung dann im Volkspark verwirklicht werden sollte, hatte sich auch an dem Alternativstandort massiver Widerstand gebildet. Erst kürzlich gründeten Gegner einen Verein namens „Naturerhalt Volkspark Bokel“. Es gab aber auch Zuspruch. Fennen hatte zwischenzeitlich deutlich gemacht, dass die Realisierung seines Projektes im Volkspark sein letztes Angebot an die Stadt sei.
Von Anfang ankein positives Image
Nun kommt er laut Mitteilung zu dem Schluss: „Eine Freizeitanlage dieser Größenordnung braucht von Anfang an ein positives Image.“ Der Erfolg der Einrichtung stehe und falle mit der Zahl der Besucher.
„Ich hätte für Papenburg viel Geld in die Hand genommen, allerdings hätte ich nach der Realisierung auch damit rechnen müssen, dass die Besucherzahlen unter den kalkulierten notwendigen Zahlen liegen. Für mich ist dieses Projekt nicht mehr wirtschaftlich“, so Fennen weiter. Wie es in der Pressemitteilung weiter heißt, seien nach den Worten des Investors mögliche Lieferanten und durchführende Firmen vor Ort in ersten gemeinsamen Terminen von Bürgern aus Papenburg heftig kritisiert worden, wie sie ein solches Projekt unterstützen können. „Wenn ich sogar die Sicherheit der Menschen gefährdet sehe, die mich bei der Realisierung unterstützen wollten, wie kann ich da an einem solchen Projekt festhalten?“, fragt Fennen. Die jüngste Berichterstattung zu den Aktivitäten der Gegner des geplanten Kletterparks im Volkspark Bokel – gemeint kann nur die Vereinsgründung sein – habe die Partner und Berater des Investors gleichermaßen auf den Plan gerufen. Gleichsam seien große Bedenken hinsichtlich der weiteren Umsetzung des Projektes geäußert worden.
Zu einem ähnlichen Schluss wie Fennen kommt die Stadt: „Ein Freizeitprojekt in diesem Rahmen und mit der Ausrichtung ist zwingend in einem positiven Umfeld zu starten. Ein negativer Ansatz mit einer entsprechenden Begleitdiskussion hält Besucher zurück“, heißt es in der Mitteilung. Dazu noch die aktuelle Entwicklung „mit der Verunsicherung der Menschen im Hinblick auf die Folgen der Kostenentwicklung sowie die Erwartung, dass zuerst bei den Ausgaben im Freizeitbereich gespart wird“, ließen keine gute Besucherprognose zum Start des Projektes erwarten. „In dieser Situation ein derartiges Invest bei steigenden Kosten und Zinsen zu starten, beinhaltet für die Beteiligten ein sehr großes Risiko. Gleiches würde auch für den Stadtpark in Papenburg gelten.“
„Enttäuschung und Erschütterung“ in der Verwaltung
In der Verwaltung mache sich derweil „Enttäuschung und Erschütterung“ breit. Bürgermeisterin Vanessa Gattung (SPD): „Zunächst einmal richte ich meinen ausdrücklichen Dank an Investor Frank Fennen, der den Mut aufgebracht hat, sich den Hürden zu stellen und so lange an diesem Projekt festgehalten hat. Er hat an verschiedenen Stellen immer wieder Gesprächsangebote gemacht, die nicht angenommen wurden.“
Sie hoffe, dass diese Entwicklung bei einigen Bürgern nun auch wieder dazu führt, sich für neue Vorhaben zu öffnen und gemeinsam nach vorne zu blicken, „statt positive Entwicklung mit einer solchen Vehemenz zu verhindern. Wir hoffen sehr, dass sich zukünftig wieder eine Kultur des Ermöglichens etabliert, da man ansonsten einer weiteren positiven Entwicklung im Weg stehen würde.“
Stadt bedauert die Entwicklung
Die Stadt bedauere die Entwicklung, zumal mit dem Investor und der Politik ein zielführender Weg für die Realisierung des Projektes eingeschlagen gewesen sei. Man sei dennoch zuversichtlich, mit den vorhandenen Potenzialen künftig neue Projekte für Freizeit und touristische Angebote „bei wieder besseren Umfeldbedingungen“ auf den Weg bringen zu können.
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