Heizkosten-Übernahme Schluss mit der Neiddebatte
Die Gaspreise steigen. Für viele Menschen fühlt es sich nun ungerecht an, dass die Nebenkosten von Hartz-IV-Empfängern angeblich unbegrenzt übernommen werden. Dabei stimmt das so nicht.
Während die einen im Winter weniger heizen wollen, gibt es angeblich andere, deren Heizkosten unbegrenzt übernommen werden. In der Debatte um explodierende Nebenkosten fühlen sich mittlerweile viele unfair behandelt, sehen nicht ein, dass sie sparen sollen, während sich Hartz-IV-Empfänger angeblich entspannt zurücklehnen können.
Wie so oft im Leben sind die realen Verhältnisse komplexer und führen zu anderen Schlüssen. Punkt eins: Sicher wird es Hartz-IV-Empfänger geben, die nicht sparen – ebenso wie Normal- oder Besserverdiener. Dass hier eine ganze Gruppe von Menschen den Sozialstaat ausnutzt, ist nicht mehr als eine aus Neid und Missgunst gespeiste Diffamierung. Punkt zwei: Es ist schlicht falsch, dass die Nebenkosten bei Hartz IV unbegrenzt übernommen werden. Der Staat hat sich verpflichtet, Heizkosten zu übernehmen, die „angemessen“ sind.
Bei der Frage nach Angemessenheit wird es allerdings kompliziert: Sozialhilfeempfänger leben nicht selten in unterdurchschnittlich gedämmten Häusern. Da ist ein höherer Verbrauch unumgänglich. Umso wichtiger ist es, dass die Ämter vor Ort prüfen, ob abgerechnete Heizkosten verhältnismäßig sind. Zum einen, um die Motivation aller Bürger zu erhalten, im Winter verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen. Zum anderen, um Stigmatisierung und Neid im Keim zu ersticken.