Osnabrück  Staat übernimmt Heizkosten für Hartz-4-Empfänger: Schluss mit der Neiddebatte!

Stefanie Witte
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Von Stefanie Witte
| 14.09.2022 16:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Gaspreise explodieren: Im Zuge dessen beginnt eine Neiddebatte. Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Die Gaspreise explodieren: Im Zuge dessen beginnt eine Neiddebatte. Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Die Gaspreise steigen und mit ihnen die Nebenkosten. Für viele Menschen fühlt es sich nun ungerecht an, dass die Nebenkosten von Hartz-4-Empfängern angeblich unbegrenzt übernommen werden. Dabei stimmt das so nicht.

Während die einen kürzer duschen, im Winter weniger heizen wollen oder noch schnell den Holzvorrat aufstocken, gibt es angeblich andere, deren Heizkosten unbegrenzt übernommen werden. In der Debatte um explodierende Nebenkosten fühlen sich mittlerweile viele unfair behandelt, sehen nicht ein, dass sie sparen sollen, während sich Hartz-4-Empfänger angeblich entspannt zurücklehnen können.

Wie so oft im Leben sind die realen Verhältnisse komplexer und führen zu anderen Schlüssen. Punkt eins: Sicher wird es Hartz-4-Empfänger geben, die nicht sparen - ebenso wie Normal- oder Besserverdiener. Dass hier eine ganze Gruppe von Menschen den Sozialstaat ausnutzt, ist nicht mehr als eine aus Neid und Missgunst gespeiste Diffamierung. Punkt zwei: Es ist schlicht falsch, dass die Nebenkosten bei Hartz 4 unbegrenzt übernommen werden. Der Staat hat sich verpflichtet, Heizkosten zu übernehmen, die “angemessen” sind. Wer den ganzen Tag über bei voll aufgedrehter Heizung das Fenster offen stehen lässt, hat keinen Anspruch auf Kostenübernahme.

Bei der Frage nach Angemessenheit wird es allerdings kompliziert: Sozialhilfeempfänger leben nicht selten in unterdurchschnittlich gedämmten Häusern. Da ist ein höherer Verbrauch unumgänglich. Vergleichswerte wiederum gibt es nicht für alle Regionen. Umso wichtiger ist es, dass die zuständigen Ämter vor Ort tatsächlich prüfen, ob abgerechnete Heizkosten verhältnismäßig sind. Zum einen, um die Motivation aller Bürger zu erhalten, im Winter verantwortungsvoll mit vorhandenen Ressourcen umzugehen. Zum anderen, um Stigmatisierung und Neid im Keim zu ersticken. Das ist allerdings nicht nur Aufgabe der Ämter, sondern auch jedes Einzelnen. Und diese Aufgabe ist ernst zu nehmen, denn in Krisen neigen Gruppen dazu, Minderheiten und Schwächere zu attackieren.

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