Cannabis erlauben?  Vor dem Kiffen erst einmal die Hausaufgaben erledigen

Marion Trimborn
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Ein Kommentar von Marion Trimborn
| 12.09.2022 15:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Hasch zu rauchen, soll nach dem Willen der Ampel-Koalition legal werden. Doch laut einem Gutachten verstößt das Vorhaben gegen EU-Recht Foto: dpa
Hasch zu rauchen, soll nach dem Willen der Ampel-Koalition legal werden. Doch laut einem Gutachten verstößt das Vorhaben gegen EU-Recht Foto: dpa
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Ganz legal kiffen – das will die Ampel-Koalition erlauben. Die Regierung muss nachbessern – und zwar schnell.

Egal ob Party oder Schützenfest – in Deutschland ist es völlig akzeptiert, beim Feiern Alkohol zu trinken. Wer dagegen kiffen möchte, macht das meist im stillen Kämmerlein, da der Besitz und Erwerb von Cannabis verboten ist. Warum ist das so? Darauf fehlt eine vernünftige Antwort. Beides sind weiche Drogen, die volkswirtschaftlich und menschlich Schaden anrichten können, aber nur eine davon ist legal. Dabei ist der Cannabis-Konsum durchaus verbreitet. Jeder vierte Erwachsene hat laut Umfragen schon einmal einen Joint probiert, mehr als vier Millionen Menschen sogar in den vergangenen zwölf Monaten. Dass die Ampel-Koalition den ungleichen Umgang von Alkohol und Cannabis reformieren will, ist daher nachvollziehbar.

Jetzt muss ein wasserdichter Gesetzesvorschlag her. Ob das – wie vom Bundesdrogenbeauftragten angekündigt – bis zum nächsten Jahr zu schaffen ist, ist fraglich. Denn es sind ja noch viele Fragen offen: Wie soll der Anbau, Transport und Verkauf organisiert werden? Wie kann man das kontrollieren? Wie will die Regierung effektiv Jugendliche schützen, für die Cannabis fatale gesundheitliche Folgen hat? Welche Grenzwerte sollen am Steuer gelten? Das zeigt: Die Ampel-Koalition muss bei Cannabis ihre Hausaufgaben machen – und zwar schnell. Sonst dürfte aus ihrem Prestigeprojekt in dieser Legislaturperiode wohl nichts mehr werden.

Die Autorin erreichen Sie unter mantel@zgo.de

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