Würdigung in Leer Weg in der Altstadt soll nach Josefhermann Höcker benannt werden
Ein kleiner Weg in der Altstadt soll nach dem Retter des Gebiets benannt werden. Die Grünen wollten die Entscheidung erst einmal zurückstellen und verwiesen dabei auf Bavink.
Leer - „Für uns wäre es die verdiente Würdigung von Josefhermann Höcker. Deshalb der Antrag, den schmalen Gang in der Altstadt zwischen Rathausstraße und Wilhelm-Klopp-Promenade nach ihm zu benennen“, sagt Tim Bienert (CDU) im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur. Höcker hatte als Vorsitzender der Bürgerinitiative Altstadtsanierung erheblichen Anteil daran, dass die historische Altstadt von Leer erhalten werden konnte.
Was und warum
Darum geht es: In der Altstadt soll ein kleiner Weg umbenannt werden, um Josefhermann Höcker zu würdigen.
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Deshalb berichten wir: Im Ausschuss wurde über den Antrag der CDU abgestimmt Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
Neben viel Wohlwollen der Ausschussmitglieder, gab es auch leichte Kritik. „Wir sind der Bürgerinitiative sehr dankbar dafür, dass sie damals die Altstadt gerettet hat. Dennoch sind wir dafür, den Antrag zurückzustellen. Wir sollten aus Bavink lernen und erst einmal klären, ob es Kritisches aus der Zeit des Dritten Reichs oder der Weimarer Republik gibt. Sollte dem nicht so sein, stimmen wir gerne zu“, sagt Bruno Schachner (Grüne).
Lehren aus Bavink
Rund um Bavink gibt es die Diskussion, die nach ihm benannte Straße wegen seiner Nähe zum Nationalsozialismus umzubenennen. Der Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur hatte sich jedoch dagegen entscheiden. Die Grünen wollen nun sichergehen, dass nicht auch über Höcker Jahre nach der Benennung eines Weges nach ihm kritische Informationen ans Licht kommen.
„Eine Anfrage an das Bundesarchiv haben wir diesbezüglich gestellt, die Antwort steht jedoch noch aus. In einigen Wochen wissen wir dazu mehr. Ich habe aber aufgrund der Unterlagen in unserem Archiv keine Bedenken“, sagt Doris Ulfers-Brandt von der Verwaltung. Damit brachte sie einige Politiker gegen sich auf.
Weg wird benannt
So bemerkten einige Ausschussmitglieder, dass man die Antwort des Bundesarchivs durchaus hätte abwarten können, bevor ein Beschluss gefasst werden soll. Dennoch wurde abgestimmt. Die Vertragung der Grünen wurde abgelehnt und der Antrag der CDU, den Weg nach Josefhermann Höcker zu benennen angenommen. Günter Podlich (Gruppe FDP/LWG) hatte noch eine Anmerkung: „Man könnte auf dem Schild einfach Heimatverein statt Vereins für Heimatschutz und Heimatgeschichte schreiben“. Auch dies wurde angenommen.
Somit wird der Weg in Josefhermann-Höcker-Padd umbenannt werden. Unter dem Schild soll die Würdigung: „Josefhermann Höcker, Vorsitzender des Heimatvereins, Gründer der Bürgerinitiative Altstadtsanierung, Initiator des erfolgreichen Widerstandes gegen eine in den 1970er Jahren geplante Flächensanierung, die zur Zerstörung der Altstadt geführt hätte“, zu lesen sein.
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Der im Jahr 1977 gestorbene Josefhermann Höcker ist vielen Leeraner heute kein Begriff mehr. Dabei hat er nachhaltige Spuren in seiner Heimatstadt hinterlassen. Dass der unverheiratete Spross einer alten Leeraner Kaufmannsfamilie noch viel mehr für seine Heimatstadt getan hat, als sich gegen die Zerstörung der Altstadt zu stemmen, ist dem Nachruf der Ostfriesen-Zeitung zu entnehmen. Unter anderem sei er als Mitglied des Kirchenvorstands der katholischen St.-Michael-Gemeinde maßgeblich für die Erneuerung der Kirche und ihrer Orgel sowie für den Bau des Pfarrhauses, des Pfarrgemeindeheimes und des Vikarhauses verantwortlich gewesen.