Hannover CDU-Parteitag: Friedrich Merz will ARD und ZDF das Gendern ausreden
CDU-Chef Friedrich Merz spottet auf dem Bundesparteitag in Hannover über ARD und ZDF wegen der Nutzung von gendersensibler Sprache. Da die Sender gebührenfinanziert sind, könne man erwarten, dass sie sich an die „allgemein anerkannten Regeln der deutschen Sprache halten.“
Der CDU-Parteichef Friedrich Merz hat sich auf dem Bundesparteitag in Hannover deutlich gegen das Gendern im öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) ausgesprochen. „Universitäten, meine Damen und Herren, und öffentlich-rechtlicher Rundfunk sind keine Volkserziehungsanstalten“, spottete er über die Redakteurinnen und Redakteure von ARD, ZDF und Deutschlandradio und erhielt großen Beifall. Vielmehr hätten sie einen Bildungs- und Informationsauftrag. Da die Sender durch Rundfunkgebühren finanziert werden, könne man erwarten, dass sie sich an die „allgemein anerkannten Regeln der deutschen Sprache halten.“ Die angekündigte Debatte über die Gendersprache auf dem Parteitag wurde am Samstagnachmittag jedoch aus Zeitgründen vertagt.
Auch auf Twitter äußert sich Merz kritisch gegenüber der Gendersprache des ÖRR:
Mit seiner Kritik schließt der CDU-Vorsitzende an seinen Gastbeitrag in den „Badischen Neusten Nachrichten“ an. Angesichts der Schlesinger-Affäre bei Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) stellte er insgesamt fünf Forderungen an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Nummer fünf: „Vorbildfunktion anerkennen.“ Das gelte besonders für die Sprache. „Weder einzelne Sprecher noch Kommentatoren und Moderatorinnen haben das Recht, von den allgemein anerkannten Regeln des Gebrauchs der deutschen Sprache abzuweichen“, beklagt der Parteichef das Gendern in Fernsehen und Radio sowie in den sozialen Medien.
Zu Beginn des CDU-Parteitages in Hannover begrüßte Parteichef Friedrich Merz auch die Pressevertreter – und ganz besonders die „stolze Zahl“ von 58 Medienvertreter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. „Mit ihnen werden wir uns im Verlaufe dieses Parteitages besonders liebevoll beschäftigen.“
Das Gendern ist immer wieder ein Streitthema: an Universitäten, bei den Behörden, aber auch in den Redaktionen. Es geht darum, Frauen und Minderheiten in Sprache mit einzubeziehen. Laut einer Umfrage von Infratest Dimap aus dem Jahr 2021 lehnen die Deutschen das Gendern aber mehrheitlich ab.
Die ARD hat sich für unterschiedliche Regelungen für ihre verschiedenen Formate entschieden. Bei der Tagesschau heißt es weiterhin „Guten Abend meine Damen und Herren“. In den sozialen Medien ist aber von „Bürger:innen“, „Ärzt:innen“ und „Wähler:innen“ die Rede.