Hafen in Weener Schrottschiff ist abtransportiert
Die Stadt Weener hatte angekündigt, dass man mit dem Schrottschiff „Captiva“ kurzen Prozess machen wolle. Es hatte allerdings noch eine Wartezeit gegeben.
Weener - Der Geduldsfaden war nach Monaten des Wartens gerissen: Die Stadt Weener (Ems) hat ein Unternehmen beauftragt, das Boot „Captiva“ aus dem Hafen zu entfernen. Dieses ist eines der Sorgenkinder, von denen es in der Vergangenheit mehrere im historischen Hafen gab. Denn dabei handelt es sich nicht um eines der schönen Traditionsschiffe, sondern um ein sogenanntes „Schrottschiff“. Solche müssen aus dem Becken gehoben werden, ehe sie untergehen – mitsamt Treibstoff und Öl. Was eine Katastrophe für die Umwelt wäre.
Im März war man noch guter Dinge gewesen, dass sich der Besitzer der „Captiva“ darum kümmern würde, das Schiff zu verschrotten. Denn es war auch auf sein Geheiß hin geborgen worden. „Die Bergung der Captiva wurde auch vonseiten des Eigners veranlasst“, teilte Stadtsprecherin Kerstin Beier seinerzeit mit. Im August stand die „Captiva“ noch immer am Hafen. Dann griff die Stadt ein: „Das Schiff wird durch die Stadt im Zuge der Ersatzvornahme abgewrackt“, teilt Beier mit. Das bedeutet, dass eine Behörde in Vorleistung geht, sie aber die Kosten – die Steuergelder – zurückfordern kann. So sollte nach Monaten durchgegriffen werden.
Die Geschichte geht doch weiter
Danach sah es auch aus, als kürzlich ein Fahrzeug der Gertzen Gruppe aus Kluse am Hafen vorfuhr. Die „Captiva“ wurde auf den Tieflader verfrachtet. Da stand sie dann eine Weile. Obwohl alles bereit für die Abfuhr aussah, gab es Verzögerungen. Die Entsorgung musste durch die Verwaltung zunächst abgestimmt werden. Nach Angaben der Sprecherin Kerstin Beier hat das Ordnungsamt das Prozedere begleitet. Insbesondere hatte man ein Auge auf Fragen des Ordnungsrechts und der Verkehrssicherung. Am späten Freitagabend war es dann so weit. Das Schiff wurde aus dem Hafen gefahren.
Es ist nicht das erste Mal, dass man sich in Weener mit einem Schrottschiff konfrontiert sieht. „In den vergangenen Jahren gab es immer wieder die Situation, dass ein marodes Schiff geborgen und abgewrackt werden musste. Ein solches Vorhaben kostet je nach Fall rund 20.000 bis 40.000 Euro“, so Beier. Die Erfolgsquote ist beim Zurückfordern nicht sonderlich gut: „Im Einzelfall gelingt es, auf dem Rechtswege die Mittel wieder zu erhalten.“ Die gute Nachricht: Es seien laut Stadt Weener im Vergleich zu den Vorjahren momentan nur wenige Boote auffällig. „Im Moment gibt es keine akuten Fälle“, sagt Beier. Auf einigen liege aber ein besonderes Augenmerk. „Nach wie vor kontrolliert die Hafen und Tourismus GmbH die im Hafen liegenden Boote.“
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