Heils „Chancenkarte“  Die Fehler der Vergangenheit dürfen sich nicht wiederholen

Karolina Meyer-Schilf
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Ein Kommentar von Karolina Meyer-Schilf
| 04.09.2022 17:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Dieses Schild ist in Deutschland allgegenwärtig: Überall fehlen Mitarbeiter. Foto: Imago Images/Michael Gstettenbauer
Dieses Schild ist in Deutschland allgegenwärtig: Überall fehlen Mitarbeiter. Foto: Imago Images/Michael Gstettenbauer
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Mindestens ebenso wichtig wie die „Chancenkarte“ ist der „Spurwechsel“ für jene Menschen, die schon hier sind: Sie müssen eine nachhaltige Chance auf Erwerbstätigkeit erhalten.

Die kanadische Einwanderungspolitik gilt hierzulande immer als vorbildlich – nun soll auch Deutschland also ein Punktesystem bekommen, um mit der von Hubertus Heil ersonnenen „Chancenkarte“ mehr Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben. Ob das aber ausreicht, um die so adressierten Hochqualifizierten nach Deutschland zu locken: Unklar. Auch in Kanada arbeiten viele Eingewanderte letztlich unter ihrem Bildungsniveau und zu schlechteren Konditionen als Einheimische. Das könnte auch hier drohen, denn mit der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse tun sich deutsche Behörden schwer. Ob eine vorher ausgeübte Berufstätigkeit wirklich einen entsprechenden Abschluss ersetzen kann, muss sich zeigen. Nicht wiederholen sollte sich, was Deutschland in den 1960ern und 1970ern mit dem damaligen Gastarbeiterprogramm verursachte: Eine nur temporäre Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland, die zu schlechteren Konditionen arbeiten als die hier Geborenen und ohne intensive Bemühungen, sie dauerhaft in den deutschen Arbeitsmarkt und die Gesellschaft zu integrieren. Mindestens ebenso wichtig wie die „Chancenkarte“ ist deshalb auch der „Spurwechsel“ für Menschen, die schon hier sind: Ihnen muss eine fundierte Chance auf Erwerbstätigkeit gegeben werden, denn davon profitieren nicht nur die Menschen selbst, sondern die ganze Gesellschaft. Der Schlüssel dafür ist Bildung.

Die Autorin erreichen Sie unter mantel@zgo.de

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