Kiel  NDR: Landesfunkhaus-Direktor Thormählen beurlaubt

Martin Schulte
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Von Martin Schulte
| 01.09.2022 11:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Derzeit selbst in den Schlagzeilen: Das NDR-Landesfunkhaus Schleswig-Holstein Foto: Axel Heimken
Derzeit selbst in den Schlagzeilen: Das NDR-Landesfunkhaus Schleswig-Holstein Foto: Axel Heimken
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Die NDR-Affäre zieht weitere Kreise: Jetzt ist der Chef des Landesfunkhauses in Kiel, Volker Thormählen, beurlaubt worden.

Neue Entwicklungen in Kieler NDR-Affäre: Volker Thormählen, Direktor des Landesfunkhauses Schleswig-Holstein, hat am Mittwochabend NDR-Intendant Joachim Knuth gebeten, für vier Wochen unbezahlten Urlaub nehmen zu dürfen. Im Laufe des Mittwochs war bereits bekannt geworden, dass mit Julia Stein und Norbert Lorenzen zwei führende Mitarbeiter des Hauses um Freistellung von ihren Aufgaben gebeten hatten.

In dem Fall, der nahezu täglich weitere personelle Konsequenzen nach sich zieht, geht es um die Unterstellung der politischen Einflussnahme bei sensiblen Themen, um vermeintliche Regierungsnähe und das schlechte Betriebsklima innerhalb der Redaktion.

„Volker Thormählen hat mich gestern Abend um einen Monat unbezahlten Urlaub gebeten, um Abstand zu gewinnen, und um im Sinne des NDR sicherzustellen, dass der Aufklärungsprozess von Personen verantwortet werden kann, die nicht persönlich betroffen sind. Ich danke ihm für dieses Angebot und habe es angenommen“, sagte NDR-Intendant Joachim Knuth.

Ihm sei klar geworden, dass im Kieler Landesfunkhaus nicht nur Dinge aufgeklärt werden müssen, sondern auch Veränderungen folgen müssten. „ Wir stoßen für die Gestaltung der Zukunft nun einen Prozess an, um in Kiel künftig ein Klima des Muts zu etablieren.“

Ein Satz, der nicht unbedingt nach einer Rückkehroption für die kritisierten Kollegen klingt. Thormählen sagte, dass er nach der Nachmittagskonferenz am Mittwoch entschieden habe, dass der laufende Aufklärungsprozess „unter größtmöglicher Beteiligung der Kolleginnen und Kollegen sowie mit externer Hilfe und Unterstützung beginnen kann, ohne dass der Eindruck entsteht, ich könnte darauf Einfluss nehmen.“

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