Unterstützung für Barßel  Hoher Zuschuss für Baggerarbeiten

hans Passmann
|
Von hans Passmann
| 31.08.2022 18:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Zusage über den Zuschuss für die Entsandung überbrachte der Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Bley (CDU) an Bord der Spitzhören. Es freuten sich (von links)Johann Budde vom Touristikverein Barßel-Saterland, Barßels Erster Gemeinde Michael Sope, stellvertretender Bürgermeister Steffen Haak und Ehrenlandrat Hans Eveslage. Foto: Passmann
Die Zusage über den Zuschuss für die Entsandung überbrachte der Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Bley (CDU) an Bord der Spitzhören. Es freuten sich (von links)Johann Budde vom Touristikverein Barßel-Saterland, Barßels Erster Gemeinde Michael Sope, stellvertretender Bürgermeister Steffen Haak und Ehrenlandrat Hans Eveslage. Foto: Passmann
Artikel teilen:

Die Gemeinde Barßel erhält für die Entsandung von Hafen, Tief und Soeste einen Zuschuss aus Hannover. Insgesamt kommen 608.000 Euro vom Land.

Barßel - Damit der Bootshafen in Barßel weiter von kleinen Schiffen und Booten angefahren werden kann, müssen die umliegenden Fahrrinnen der Flüsse von Sand freigehalten werden. Rund 760.000 Euro sind für die Maßnahme veranschlagt. Ohne Zuschüsse kann die Gemeinde Barßel das nicht stemmen.

Beim Hafenfest, das voriges Wochenende gefeiert wurde, gab es eine gute Nachricht zu verkünden: Das Land Niedersachsen hat einen Förderantrag der Gemeinde bewilligt. 608.000 Euro erhält die Kommune aus Hannover. Diese frohe Kunde überbrachte der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Bley in Barßel. Kritik am Zeitpunkt der Bekanntgabe kam aus den Reihen der SPD im Rat der Gemeinde Barßel. Von Wahlkampf war die Rede.

Fahrrinne muss nutzbar bleiben

„Es ist heute ein guter Tag für die Gemeinde Barßel“, stellten Barßels stellvertretender Bürgermeister Steffen Haak (CDU) und der Vorsitzende des Touristikvereins Barßel-Saterland, Johannes Budde, fest. An Bord des Ausflugsdampfers MS Spitzhörn bei der Bootstour zur Eröffnung des Hafenfestes nutzte Landtagsabgeordneter Bley die Gelegenheit, um die Botschaft zu verkünden. Die Gemeinde erhalte die Fördermitteln, damit das Gewässer weiterhin befahrbar bleibe. „Der Antrag der Gemeinde ist genehmigt. Die schriftliche Zusage habe ich erhalten. Der Bewilligungsbescheid des Wirtschaftsministeriums aus Hannover wird in den nächsten Tagen der Gemeinde per Post zugestellt“, sagte Bley. Dabei holte er auch den Cloppenburger Ehrenlandrat Hans Eveslage (CDU) aus Harkebrügge ins Boot, denn der habe ebenfalls seinen Anteil dazu geleistet, die Landesmittel zu beschaffen.

„Wir sind froh, dass Hannover uns einen Großteil des Geldes zur Verfügung stellt. Aus eigenen Mitteln können wir eine Entsandung nicht finanzieren“, sagte Haak.

Rats-SPD kritisiert Aktion als Wahlkampf

„Der Tourismus hat in dieser Region eine große Bedeutung. Gerade auch im Hinblick auf den Wassertourismus. Daher ist es ist wichtig, dass die Gewässer auch befahrbar bleiben. Dafür ist eine Entsandung dringend erforderlich“, meinte Bley. Die Entsandung werde zukunftsweisend für den Wassertourismus im Erholungsgebiet Barßel-Saterland sein.

Dass Bley die Förderzusage zum Hafenfest überbrache, kritisierte der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Barßel, Ratsherr Hartmut Wrede. „Das war für mich eine politische Veranstaltung. Die gehörte hier nicht her“, so Wrede mit Blick auf die zeitliche Nähe zur Landtagswahl am 9. Oktober.

Versandlung des Hafens ein Dauerthema

Die Versandung des Hafens ist allerdings in Barßel ein Dauerthema. Schon seit Jahren kämpft die Kommune immer wieder dagegen an, dass die Gewässer sich durch Ablagerungen zusetzen. Bootsfahrer klagen immer wieder darüber, dass sie Barßel kaum noch erreichen könnten. Einige Skipper fahren den Barßeler Hafen deswegen gar nicht mehr an, heißt es vom Touristikverein. Schon mehrfach ließ die Gemeinde Entsandungsmaßnahmen durchführen, die immerhin Teilerfolge brachten. Die jüngste fand im Advent 2020 statt. Dabei transportierte die Jemgumer Firma Janssen mit ihrem Spezialschiff „Kap Horn“ den Schlick in tiefere Bereiche, um die Fahrrinne wieder frei zu bekommen.

„Durch die Versandung des Barßeler Tief wird die Zugänglichkeit des Hafens für die Sportbootfahrer zunehmend gefährdet. Schon mehrfach haben sich Sportbootfahrer festgefahren und mussten freigeschleppt werde“, teilte Barßels Bürgermeister Nils Anhuth mit. Die Gemeinde hoffe, dass mit der jetzt in die Wege geleiteten Maßnahme die Schiffbarkeit der Gewässer auf längere Zeit verlässlich gesichert werden kann. Das sei nicht nur wichtig für den Bootstourismus. Die Gewässer hätten auch ökologische Bedeutung für Natur und Landschaft, so Anhuth.

Wichtig für Tourismus und Natur

Am Ufer befinden sich größere Schutzgebiete, die den Naturraum in ihrer Einzigartigkeit ergänzen. Die Wasserqualität werde verbessert und somit auch die damit verbundenen Lebensräume der vorhandenen Vielfalt, insbesondere der im Gewässer lebenden Fische und Amphibien.

Im Barßeler Rathaus geht man davon aus, das rund 30.000 Kubikmeter Material, überwiegend Sandablagerungen, aus dem Gewässer entfernt werden müssen. Etwa 10.000 bis 12.000 Kubikmeter aus dem Bootshafen und etwa 18.000 bis 20.000 Kubikmeter aus der Soeste und dem Barßeler Tief. Sobald der Bewillingsbescheid vorliegt, werde man die Vorbereitungen für die Arbeiten treffen, heißt es aus dem Rathaus.

Ähnliche Artikel