Keine Masken-Party zur Weltmeisterschaft  Public Viewing zur Winter-WM steht in Leer auf der Kippe

| | 30.08.2022 13:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Schon bei der EM 2016 wurde das Public Viewing in Leer zur Zeltparty. Ob es im Vierteljahr ähnliche Bilder geben wird, ist fraglich. Foto: Wolters
Schon bei der EM 2016 wurde das Public Viewing in Leer zur Zeltparty. Ob es im Vierteljahr ähnliche Bilder geben wird, ist fraglich. Foto: Wolters
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Organisator Ekko Gosch weiß noch nicht, ob er erneut ein Public Viewing in Leer anbieten wird. Er nennt ein konkretes Datum, an dem die Entscheidung fallen wird.

Leer - Vor ein paar Wochen schienen die Chancen auf Fußballpartys in Leer zur Winter-WM in Katar (20. November bis 18. Dezember) noch äußerst aussichtsreich. „Wir hätten große Lust dazu“, sagte kürzlich Ekko Gosch, der mit seiner Firma schon mehrfach mit großem Erfolg für Public Viewing in der Innenstadt und Stimmung in Schwarz, Rot, Gold gesorgt hatte. Doch mittlerweile ist der Chef des Unternehmens OID (Ostfriesische Industrie Dienstleistung) skeptischer geworden. Der Public-Viewing-Spaß in Leer steht auf der Kippe.

Grund ist das neue Infektionsschutzgesetz, das das Bundeskabinett kürzlich aufgrund alljährlich ab Herbst steigender Corona-Zahlen erlassen hat. Das ermöglicht den Ländern ab dem 1. Oktober, eine ausgeweitete Maskenpflicht in Innenräumen zu verhängen. Und das Land Niedersachsen galt in der Vergangenheit bei seinen Corona-Maßnahmen im öffentlichen Leben nicht unbedingt als defensiv. „Ganz ehrlich, wir sind nun auch etwas skeptisch geworden“, sagt Ekko Gosch. „Public Viewing mit Masken und Abstand wird es ganz sicher nicht geben.“ Erst einmal möchte Gosch aber die Entwicklung abwarten.

Stadt hat nichts dagegen

Dabei schien der Fußballspaß zur Katar-WM in Leer auf einem guten Weg. Nicht nur der Cheforganisator schien bereits voller Vorfreude. Auch sein Gespräch vor ein paar Wochen mit dem Ordnungsamt der Stadt Leer verlief äußerst positiv.

„Die Stadt steht der Sache sehr, sehr wohlwollend gegenüber“, sagt er. Gosch hatte angedacht, ein Zelt auf der Großen Bleiche für rund 2500 Leute aufzustellen. Das sollte beheizt werden, um für Wohlfühlcharakter zu sorgen. „Den Leuten soll der Bierbecher ja nicht vor Kälte an den Fingern kleben bleiben.“ Die Energiekrise schien bei den Plänen kein Ausschlusskriterium. „Wir würden für die gleiche Temperatur sorgen, wie sie beispielsweise in Schulen herrschen würde. Da passen wir uns an und wollen keine Sonderrechte.“ Für angenehme Gradzahlen im Zelt sollten mobile Ölheizungen sorgen.

Entscheidung nach dem Gallimarkt

Ekko Gosch betont dabei, dass seine Firma mit einem Public Viewing im Winter keinen großen Profit generieren würde. „Nur wenn es gut läuft, behalten wir auch etwas über. Wir wollen aber auch gerne für ein bisschen Spaß in der Winterzeit sorgen und sind keine Bedenkenträger.“ Angesichts drohender Maskenpflicht kommen bei ihm nun aber zwangsläufig Bedenken auf. Der Organisator hat deshalb die Planungen vorerst auf Eis gelegt und noch keinen offiziellen Antrag bei der Stadt gestellt. Sein Team möchte zuerst die Erfahrungen von einem anderen Großereignis abwarten. „Wir gucken mal, wie es beim Gallimarkt läuft. Dann haben wir eine Richtschnur.“

Gosch nennt ein konkretes Datum, an dem die Entscheidung über sein Event fallen soll. „Am Montag, den 17. Oktober, ist der Gallimarkt vorbei. Dann kennen wir die Tendenz und es heißt hopp oder top.“

Auch Galaabend der Pferde ist fraglich

Sein gutes Gefühl, das er noch vor ein paar Wochen äußerte, ist aber durch die möglichen Corona-Maßnahmen, die Lauterbach und Co. auf den Weg gebracht haben, gewichen. „Das stimmt uns nicht gerade optimistisch.“

Die Skepsis bezieht sich nicht nur auf das Public Viewing zur Fußball-Weltmeisterschaft. Ekko Gosch ist mit seinem Team auch für den Galaabend der Pferde in der Leeraner Ostfrieslandhalle verantwortlich, der vor Corona alljährlich mehr als 4000 Leute anlockte. Zweimal in Folge wurde die Veranstaltung bereits abgesagt und nun bereits von Ende Januar auf April 2023 verschoben.

Sollte am 17. Oktober das Public Viewing abgesagt werden müssen, dann wird auch gleich der Galaabend gestrichen. Denn diese Veranstaltung Bedarf wegen der Verpflichtung zahlreicher Künstler einer langen Vorlaufzeit.

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