Wohnen in Leer  Startschuss für Baugebiet an der Groninger Straße

Michael Kierstein
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Von Michael Kierstein
| 26.08.2022 15:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Von der Groninger Straße aus kann man sich den Fortschritt ansehen. Foto: Kierstein
Von der Groninger Straße aus kann man sich den Fortschritt ansehen. Foto: Kierstein
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Am Freitag wurde der erste Rohbau des neuen Quartiers präsentiert. Bis das ganze Gebiet fertig für den Einzug von Familien ist, wird es aber noch dauern.

Leer - Am ersten Haus stehen noch die Baugerüste, doch die nächsten werden schon hochgezogen. Im Baugebiet „Westlich der Groninger Straße“ tut sich etwas. „Einen richtigen Zeitplan haben wir allerdings nicht“, sagt Johannes Kirchner, Geschäftsführer des Bauunternehmens und Planungsbüros Terfehr, das das Gebiet entwickelt.

Was und warum

Darum geht es: Das Baugebiet an der Groninger Straße nimmt langsam Formen an.

Vor allem interessant für: Alle, die wissen wollen, was in dem Gebiet entsteht und Interesse an Wohnraum haben

Deshalb berichten wir: Am Freitag wurde der erste Rohbau präsentiert.

Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de

Gerrit Terfehr versprach jedoch am Freitag: „Es wird hier relativ schnell hoch gehen.“ Was genau das bedeutet, präzisiert Kirchner: „Zwei bis drei Jahre werden wir hier sicher noch bauen“, sagt er. Dann soll es fertig sein, das Vorzeige-Wohngebiet in der Stadt.

Wohnungen werden verkauft

Klar ist schon jetzt, das Unternehmen wird nicht als Vermieter auftreten. „Wir verkaufen die Wohnungen“, betont Kircher. Insgesamt 130 Wohneinheiten sollen auf dem 30.000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen. „Ob es dann vermietet wird, oder für den Eigenbedarf genutzt wird, entscheiden die Eigentümer. Deshalb können wir auch nicht sagen, in welchen Segmenten sich die potenziellen Mieten abspielen werden“, sagt er. Kirchner geht jedoch von einem durchmischten Bild aus. Alleine 24 der Wohnungen werden dem sozialen Wohnungsbau zugeschlagen.

Wenn alles fertig ist, soll das Gebiet so aussehen. Visualisierung: Terfehr
Wenn alles fertig ist, soll das Gebiet so aussehen. Visualisierung: Terfehr

Es entstehen auf dem Gelände Mehrfamilienhäuser, Doppelhäuser und Einfamilienhäuser. Die Wohnflächen seien entsprechend variabel und das würde sich dann auch auf die möglichen Mieten auswirken. Bereits Anfang des Jahres berichtete Kirchner von über 100 Anfragen von potenziellen Interessenten. „Wir hoffen, dass hier 300 bis 400 Menschen leben werden, je nachdem, wie viele Kinder mitgebracht werden“, sagt er.

Kein Gasanschluss

Das Quartier wird keinen Gasanschluss haben. Generell sollen hier keinerlei fossile Brennstoffe zum Einsatz kommen. Installiert werden 60 Wärmepumpen. „Als wir anfingen, wollte das Land Niedersachsen mit diesem Baugebiet Werbung für das Thema Wärmepumpe machen. Heute sind sie eh in aller Munde“, so Kirchner. Somit sei das Gebiet auf dem neuesten Stand der Technik.

Das erste Haus steht auf dem Gelände. Foto: Kierstein
Das erste Haus steht auf dem Gelände. Foto: Kierstein

Es entstehen Effizienzhäuser der Stufe 40 plus, die eine Photovoltaik-Anlage, einen Stromspeicher sowie eine Qualitäts-Wärmepumpe haben. Gedämmt würden Dach, Außenhaut und Sohle der Gebäude. Zum Standard dazu gehöre außerdem eine Wallbox zum Aufladen von E-Autos. Möglich sei es so, dass die Häuser bis zu 60 Prozent ihres Energiebedarfs selber produzieren. „Dieses Quartier ist ein Beispiel für sinnvolle Innenverdichtung“, so Kirchner. Dabei hatte das Gelände einmal einen ganz anderen Zweck, wie sich Bürgermeister Claus-Peter Horst erinnert.

Gelände gehörte Bünting

„Bünting hatte hier ein Lager. Dort, wo das neue Haus steht, war einmal die Leergutannahme, wo ich ein Praktikum gemacht habe“, erinnert sich der Verwaltungschef. Da das Unternehmen an diesem Standort jedoch kaum Expansionsmöglichkeiten hatte, verließ es die Stadt in Richtung des jetzigen Standorts an der Autobahn. „Wenn man das heute sieht, war es die richtige Entscheidung. Hier entsteht jetzt ein Quartier höchster gestalterischer Qualität. Leer wird damit noch ein Stück schöner als es jetzt schon ist“, ist sich Horst sicher.

Im Hintergrund werden schon die nächsten Gebäude hochgezogen. Foto: Kierstein
Im Hintergrund werden schon die nächsten Gebäude hochgezogen. Foto: Kierstein

Weil sich auf der Fläche lange nichts getan hatte, waren anfangs Stimmen laut geworden, es könnte größere Probleme geben. „Das ist definitiv nicht so“, sagte Kirchner Anfang des Jahres. Zwar hätten die Corona-Pandemie und Lieferschwierigkeiten für Verzögerungen gesorgt, aber das sei unter diesen Bedingungen ganz normal.

Optik und Ausstattung

Bei der Gestaltung der Häuser habe sich das beauftragte Planungsbüro Eden Architekten an den klassischen Klinkerbauten in Leer orientiert und typische Elemente wie Erker, Gauben, die Betonung der Fenster und die Giebelständigkeit, bei der die Giebelseite des Gebäudes zur Straße zeigt, aufgenommen. „Das Neubaugebiet wird aus einem Guss sein, aber jede Wohneinheit einzigartig und individuell bleiben“, so Kirchner.

Fundamente und erste Mauern entstehen auf dem Gelände. Foto: Kierstein
Fundamente und erste Mauern entstehen auf dem Gelände. Foto: Kierstein

Entwickelt wird es von innen nach außen. Jetzt entstehen die Vier-Parteien- und Doppelhäuser in der Mitte des Wohngebietes. Es folgen die Kettenhäuser. Nachdem dann anschließend die Einfamilienhäuser stehen, sollen als letztes die Wohn- und Geschäftshäuser entlang der Groninger Straße entstehen. Noch ist also viel zu tun.

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