Energieversorgung  Kavernen in Jemgum sollen künftig auch Wasserstoff speichern

Tatjana Gettkowski
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Von Tatjana Gettkowski
| 26.08.2022 13:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Astora-Geschäftsführer Eduard Schmitke, hier mit Sven Reuschel (Betriebsleiter des Gasspeichers in Jemgum) gab am Freitag erste Informationen über neue Planungen für die Gasspeicheranlage in Jemgum. Foto: Gettkowski
Astora-Geschäftsführer Eduard Schmitke, hier mit Sven Reuschel (Betriebsleiter des Gasspeichers in Jemgum) gab am Freitag erste Informationen über neue Planungen für die Gasspeicheranlage in Jemgum. Foto: Gettkowski
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Seit neun Jahren wird in der Gasspeicheranlage in Jemgum schon Erdgas gespeichert. Jetzt will die Astora GmbH die Kavernen auch als Wasserstoffspeicher nutzen – und die Planung geht sogar noch weiter.

Jemgum - Vor neun Jahren ging die Erdgasspeicheranlage in Jemgum in Betrieb. In zehn Kavernen können so große Mengen an Erdgas gespeichert werden, dass sie für die jährliche Versorgung von 500.000 Haushalten reichen. Jetzt will die Astora GmbH mit Sitz in Kassel auch in die Wasserstoffwirtschaft einsteigen.

Was und warum

Darum geht es: Die Astora GmbH hat vor, eine Kaverne zu einem Wasserstoffspeicher umzubauen.

Vor allem interessant für: Jemgumer und alle die sich für die Energieversorgung interessieren.

Deshalb berichten wir: Die Astora GmbH hatte für diesen Freitag Politik, Verwaltung und die Öffentlichkeit zu einem Informationstag eingeladen.

Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de

Wie Astora-Geschäftsführer Eduard Schmitke an diesem Freitag am Randes des Informationstages auf dem Kavernengelände berichtete, ist zunächst eine zusätzliche Kaverne für die Speicherung von Wasserstoff geplant.

Machbarkeitsstudie liegt vor

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie hatte das Unternehmen bereits vor eineinhalb Jahren untersuchen lassen, unter welchen Rahmenbedingungen die Speicherung von 100prozentigem Wasserstoff in einer bestehenden Kaverne möglich ist. Laut Schmitke zeigten die Ergebnisse, dass die Umstellung des Speicherns von Erdgas auf Wasserstoff grundsätzlich machbar sei.

Aktuell prüft Astora die Errichtung einer gastechnischen Anlage, die dem zukünftigen Wasserstoffmarkt gerecht wird. „Die technische Entwicklung und das Genehmigungsverfahren wird einige Zeit in Anspruch nehmen“, machte Schmitke deutlich. Mit einem Baubeginn sei frühestens 2026 zu rechnen. Bis der erste unterirdische Wasserstoffspeicher in Betrieb gehen kann, werden nach seiner Einschätzung acht bis zehn Jahre vergehen.

Anhand dieses Modells auf dem Firmengelände bekommen Besucher einen Eindruck von der Größe des Firmengeländes und der unterirdischen Hohlräume, in denen Erdgas gespeichert wird. Foto: Gettkowski
Anhand dieses Modells auf dem Firmengelände bekommen Besucher einen Eindruck von der Größe des Firmengeländes und der unterirdischen Hohlräume, in denen Erdgas gespeichert wird. Foto: Gettkowski

Diese Planung soll der Startschuss für weitere zukunftsgerichtete Entwicklungsmöglichkeiten sein. Das Unternehmen denkt auch darüber nach, selbst Wasserstoff zu produzieren und ihn in Jemgum zu speichern. Das sei zwar noch Zukunftsmusik, „erste Gespräche mit Unternehmen haben wir bereits geführt“.

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