Kommentar zur Woche Es geht hier um Menschenleben
Wenn es um Leben und Tod geht, muss schnell gehandelt werden. Das kann die Feuerwehr Ostrhauderfehn nicht, wenn ihre Geräte nicht mehr auf dem neusten technischen Stand sind.
Bei einem Unfall muss es schnell gehen – blöd, wenn dann die Geräte technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand sind, um die Person zügig zu befreien. Das ist leider bei der Feuerwehr Ostrhauderfehn der Fall. Am Montag gab es einen Unfall in Holterfehn, bei dem eine Person aus einem Transporter befreit werden musste – erst versagte die Schere beim Aufschneiden der Tür, dann brach der Pedalschneider beim Versuch, die Beine des Fahrers zu befreien. Der Mann hatte Glück, dass es bei ihm nicht um Leben und Tod ging . . . Auch im Dezember 2021 ist deutlich geworden, dass das Rettungsgerät der Wehr nicht ausreiche. Dort gelang es nicht, die Karosserie eines Wagens aufzuschneiden.
Auch, dass die Feuerwehr Westrhauderfehn nun immer mitalarmiert wird, wenn es um die Rettung einer eingeklemmten Person im Gebiet der Ostrhauderfehner Wehr geht, beruhigt mich wenig. Erstens haben die Westrhauderfehner Kollegen einen längeren Anfahrtsweg und zweites wirkt es wie ein Schuldeingeständnis, dass die Geräte der Ostrhauderfehner Wehr wirklich zu schlecht sind, um jemanden im absoluten Ernstfall rechtzeitig zu befreien.
Mein Vorwurf richtet sich hier keinesfalls an die Ostrhauderfehner Feuerwehr, sondern an die Politik, die erst Mittel zum Ersetzen des 20 Jahre alten Geräts der Wehr im Nachtragshaushalt für 2022 oder im Haushalt 2023 bereitstellt, statt sofort zu handeln. Natürlich steht dem sofortigen Investieren von rund 15.500 Euro – so viel würde das neue Rettungsgerät kosten – viel Bürokratie im Weg. Denn: Sowas muss in den Haushaltsmitteln vorher eingeplant werden. Doch grade, wenn es dabei um Menschenleben geht, sollte meiner Meinung nach früher gehandelt werden.
Den Autor erreichen Sie unter l.hagewiesche@ga-online.de
Geräte der Feuerwehr Ostrhauderfehn reichen nicht aus
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