Berlin  Maskenlos im Regierungsflieger: Ganz schön peinlich, ganz schön bezeichnend

Burkhard Ewert
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Von Burkhard Ewert
| 23.08.2022 12:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Habeck im Flieger ohne Maske - im Hintergrund ARD-Journalistin Tina Hassel. Foto: dpa
Habeck im Flieger ohne Maske - im Hintergrund ARD-Journalistin Tina Hassel. Foto: dpa
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Fröhlich ohne Maske nach Kanada: Außer an Kanzler Scholz und Minister Habeck richten sich Fragen auch an die halbe Hauptstadtpresse, die sich im Regierungsflieger unfreiwillig als „Schwurbler“ geoutet hat, kommentiert Burkhard Ewert.

Neulich hat sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach selbst aus der Corona-Isolation entlassen. Der Sozialdemokrat saß heiser und maskenlos in der Bundespressekonferenz. Sein PCR-Test war noch positiv, doch nicht so sehr, dass Lauterbach sich für ansteckend hielt. Das mag medizinisch korrekt sein – rechtlich vorgesehen ist eine Selbstbefreiung mit positivem PCR-Test und wahrnehmbaren Symptomen aber nicht, schon gar nicht, wenn der Infizierte den ausschlaggebende Antigen-Selbsttest bei sich selbst vornimmt.

Jetzt saßen Bundeskanzler Olaf Scholz, der Wirtschaftsminister Robert Habeck und einige Dutzend sonst sehr corona-achtsame Hauptstadtjournalisten maskenfrei im Regierungsflieger nach Kanada. Jeder Reiseteilnehmer habe über einen negativen PCR-Test verfügt, lautet die eine Erklärung. Nur: Jeden normalen Fluggast befreit eine solche Bescheinigung nicht von der Maskenpflicht an Bord. Das ist klar geregelt.

Es sei kein regulärer, sondern ein Bundeswehrflug gewesen, wird als andere Entschuldigung gereicht. Man fragt sich, was das an der medizinischen Risikolage ändern soll, wenn man sie denn für gegeben hält, zumal: Laut Infektionsschutzgesetz hat die Bundeswehr die Anwendung des nämlichen Gesetzes durch Personen in ihren „mobilen Einrichtungen“ sicherzustellen, mithin also die Einhaltung der Maskenpflicht in Flugzeugen, wie man den Passus verstehen kann.

So gesehen, haben die fehlenden Masken neben den Gesichtern die dahinter herrschende Doppelmoral von Leuten enthüllt, die sonst so gerne „Schwurbler“ belehren und schon mal ganz aufgeregt sind, wenn hier oder da eine Nase hinter der Maske hervorlugt.

Das ist ganz schön peinlich. Ganz schön bezeichnend. Und nur begrenzt überraschend.

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