Mordanschlag bei Moskau Russische Nationalisten werden befeuert
Der Bombenanschlag auf Putin-Bewunderin Darja Dugina ist ein Geschenk für die russischen Kriegshardliner – offenbart aber auch die Verwundbarkeit des Regimes in Moskau.
Der Mordanschlag auf die Tochter des rechtsnationalistischen Einheizers Alexander Dugin dürfte im Kreml für Beunruhigung sorgen. Dass die Politik trotz aller Repression eines omnipräsenten Sicherheitsapparats um und in der Hauptstadt nicht für Sicherheit sorgen kann, wirft ein schlechtes Licht auf Präsident Wladimir Putin. Der Eindruck, das Regime sei zunehmend verletzbar, drängt sich geradezu auf. Dabei ist es für Moskau in diesen Kriegstagen wichtiger denn je, jeden Eindruck von Schwäche zu vermeiden.
Die große Frage ist nun: Wer steckt hinter dem Mord an Darja Dugina? Sollten tatsächlich Agenten der Ukraine in der Lage gewesen sein, auf russischem Boden einen Anschlag zu verüben, wie es russische Nationalisten Kiew vorwerfen? Oder artikuliert sich in dem Attentat innenpolitischer Widerstand gewaltsam gegen die Großmacht- und Unterdrückungspolitik des Präsidenten? Bislang bleibt nur Spekulation.
So oder so hat der Anschlag eine Symbolfigur der aktuellen russischen Politik getroffen. Wie ihr Vater war Darja Dugina eine glühende Verfechterin des Angriffskrieges gegen die Ukraine. Der Tod von Darja Dugina zum jetzigen Zeitpunkt spielt aggressiven russischen Nationalisten in die Hände. Moskau und Kiew stehen einander unversöhnlicher gegenüber denn je. Für den weiteren Kriegsverlauf bedeutet das nichts Gutes.