Sanierung ist beendet Leeraner Seeschleuse gibt Hafenwirtschaft wieder Sicherheit
Um die Leeraner Seeschleuse gab es in den vergangenen Monaten viel Ärger. Zwischenzeitlich hatte das Ingenieurbüro im Wochentakt die Kosten nach oben korrigiert. Das könnte ein Nachspiel haben.
Leer - Ein zwischenzeitlich ziemlich unerfreuliches Thema hat am Freitag ganz offiziell ein sonniges und freundliches Ende gefunden. Mit einem symbolischen Knopfdruck wurde die Sanierung und Modernisierung der Seeschleuse unter anderem vom niedersächsischen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) abgeschlossen. Der Termin hatte einen großen Teil des Stadtrats sowie Vertreter der Hafenwirtschaft und der Stadtverwaltung angelockt.
Was und warum
Darum geht es: Die Sanierung der Seeschleuse ist nun auch offiziell abgeschlossen. Hinter den Kulissen könnte das Thema die Stadt noch weiter beschäftigen.
Vor allem interessant für: alle, die den Leeraner Hafen nutzen, und diejenigen, die sich Gedanken über die Leeraner Finanzen machen
Deshalb berichten wir: Die Sanierung der Schleuse war im Laufe der Zeit immer teurer geworden. Nach der Fertigstellung muss die Stadt keine weiteren Zuschläge mehr befürchten. Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de
Unerfreulich war das Thema Schleusensanierung für die Stadt Leer in den vergangenen Jahren schon deshalb, weil es ein ziemlich teures Projekt war. Neben der Arbeiten an der Schleuse musste auch der Hafen ausgebaggert werden, damit alle Schiffe weiter zu den ansässigen Unternehmen gelangen können. Die eingeplanten 2,5 Millionen Euro für beides waren ein stolzer Batzen Geld für die finanziell angeschlagene Stadt.
Kostenplanung musste mehrfach nachgebessert werden
Umso schlimmer, dass es bei der Summe nicht blieb. Allein im September des vergangenen Jahres hatte das beauftragte Ingenieurbüro grbv aus Hannover die Kosten dreimal nennenswert nach oben korrigiert. Insgesamt habe man letztlich eine Million Euro über dem ursprünglich genannten Betrag gelegen, so Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos) am Freitag. Der Stadt ist Fördergeld entgangen, weil sie den Antrag mit den ursprünglich eingeplanten 2,4 Millionen statt mit den knapp 3,5 Millionen Euro gestellt hatte. Derzeit prüfe man noch, ob man deswegen juristisch gegen das Büro vorgehen könne, so Horst im Gespräch mit der Redaktion.
Die Sanierung der Schleuse sei dringend notwendig gewesen, weil sich in Teilen der Seitenwände Auswaschungen gebildet hatten und die Gefahr bestand, dass die Seitenwände ins Schleusenbecken kippen, erklärte der Bürgermeister vor Ort. Nun seien Stahlträger mit Betonelementen vor die bisherige Mauer gesetzt und verankert worden. Das Schleusenbecken sei dadurch geringfügig schmaler geworden, was aber für die Schiffe, die im Leeraner Industriehafen verkehren, kein Problem sei.
Dank an den Minister
Er bedankte sich bei Minister Althusmann, dass der ganz selbstverständlich am Rande des Hafentages im Jahr 2018 die Hilfe des Landes zugesagt habe, damit für die Stadt auch die Ausbaggerung des Hafens zu stemmen ist. „Handschlagpolitik“ nannte der Minister das am Freitag: Was man sich bei einem Handschlag verspreche, werde auch gehalten.
Drei wesentliche Argumente hätten für die Unterstützung der Stadt in Sachen Schleusensanierung und Hafenausbaggerung gesprochen, sagte Althusmann: die Aufrechterhaltung der gewerblichen Aktivitäten im Hafen, die Sicherung von Arbeitsplätzen – „in Ostfriesland ein Super-Mega-Thema“ – und die Wahrung der Wettbewerbssituation des Leeraner Hafens. Mit den Arbeiten habe die Stadt einen „Kraftakt“ gestemmt und nehme eine wichtige Position in der „maritimen Wachstumsregion in Niedersachsen“ ein.