Autobahnen in Ostfriesland Ferienende in Niedersachsen in Sicht – Staugefahr auf den Autobahnen
Die Sommerferien neigen sich dem Ende. Die Touristiker ziehen ein durchwachsenes Fazit. Bei der Rückreise drohen nun Staus, denn auf den Autobahnen wird gebaut.
Ostfriesland - Die Ferien in Niedersachsen neigen sich so langsam dem Ende. Für viele Familien heißt es deshalb: Abschied nehmen von der Küste und wieder zurück ins Landesinnere.
Was und warum
Darum geht es: Das Ferienende naht. Droht jetzt auch eine Stauwelle?
Vor allem interessant für: Alle, die auf den Autobahnen in der Region unterwegs sind.
Deshalb berichten wir: Wir wollten wissen, ob es zu vielen Staus in den kommenden Wochen kommen kann. Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
Gerade auf den Autobahnen um Leer kann es deshalb eng werden, denn viel Verkehr wird über die A31 und die A28 den Weg aus Ostfriesland heraus suchen. Dabei ist das Positive: In einigen Bundesländern sind die Ferien bereits vorbei.
Keine Ferien mehr in Nordrhein-Westfalen
„Nordrhein-Westfalen ist unser Hauptgäste-Gebiet und da sind die Ferien schon vorbei. Auf Platz zwei kommt Niedersachsen und da kennen sich die meisten hier aus. Sie umfahren die möglichen Staustrecken“, ist sich Radtke sicher. Sein Tipp: „Erst in Bingum auf die Autobahn auffahren. Da ist meistens kein Stau“, sagt er.
Wiebke Leverenz erwartet eine kleine Abreisewelle zum Ende der Ferien in Niedersachsen also in der kommenden Woche. „Ich glaube aber nicht, dass es da riesige Staus geben wird“, sagt sie. Auch beim ADAC und bei der Autobahn GmbH des Bundes sieht man den kommenden Wochen recht entspannt entgegen. Eine Engstelle gibt es jedoch.
Emstunnel als Engpass
„Der Verkehr läuft derzeit auf gesamter Strecke vom Emstunnel bis zum Dreieck Leer bis voraussichtlich Ende Oktober jeweils einstreifig, wobei auch die Standstreifen wieder verfügbar sind“, erklärt Patrick Amrhein, Sprecher der Autobahn GmbH des Bundes. Derzeit laufen verschiedene Arbeiten auf dem Mittelstreifen des Teilstück.
Zwischen dem Dreieck Leer und Anschlussstelle Leer-Nord in Richtung Oberhausen laufen ab Anfang September die Abschlussarbeiten. Für das entgegensetzte Teilstück gilt das voraussichtlich ab Mitte September. In diesem Bereich stünden die Arbeiten kurz vor dem Abschluss. Nach der Fertigstellung der Schutzplanken auf dem Mittelstreifen stehen hier wieder alle Fahrstreifen zur Verfügung.
Weitere Baustellen
Zudem wird seit Dienstag an der Anschlussstelle Leer-West in Richtung Emden/Oldenburg gearbeitet. Diese wird deshalb voraussichtlich bis Mitte Oktober gesperrt sein, sagt Amrhein. Ab dieser Woche sollen zudem die Betonierungsarbeiten auf dem Mittelstreifen im Wasserschutzgebiet zwischen Emstunnel und Anschlussstelle Leer-Nord angegangen werden. Dieser Bereich ist etwa 2,3 Kilometer lang.
„Um ein Versickern von verunreinigtem Regenwasser oder Schadstoffen in Folge von Unfällen zu verhindern, entsteht diese Versiegelung“, erklärt der Sprecher. Im restlichen Streckenbereich erfolgt die Erneuerung begrünten Mittelstreifens. Die Planung sieht den Abschluss der Arbeiten für November vor. Um diesen Zeitplan einzuhalten, kann man auf Baustellen in den Ferien nicht verzichten.
Keine weiteren Arbeiten
Auf den Autobahnen wird also noch einige Zeit weiter gearbeitet. Das Gute ist aber: „Weitere umfassende Maßnahmen mit dauerhafter Verkehrsführung sind im Raum Emden/Leer nicht mehr vorgesehen für dieses Jahr“, sagt Amrhein. Das Bauprogramm für 2023 befinde sich noch in der frühen Phase der Vorbereitung, sodass noch keine Aussagen für diesen Zeitraum möglich seien.
Doch, wird es durch die Baustellen noch zu Staus kommen? „Nach dem Ende der Ferien in Nordrhein-Westfalen sollten die wesentlichsten Staus überstanden sein. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass auf der A31 durch den Ausflugsverkehr rund um die Wochenenden Stau entstehen kann“, so der Sprecher. Diese Einschätzung teilt man beim ADAC nur teilweise.
ADAC zur Stauprognose
Jan-Georg Ankewitz vom ADAC sagt: „Dass die Ferien in Nordrhein-Westfalen beendet sind, könnte sich gerade auf der Strecke A31/A28 positiv auswirken. Es könnte mit geringfügig weniger Stauspitzen zu rechnen sein.“ Eine genaue Prognose abzugeben, sei allerdings schwierig.
Generell sei allerdings das Verkehrsaufkommen durch weniger Berufspendler in den Sommerferien, geringer als außerhalb der Ferien. „Daher ist Ferienzeit auch Baustellenzeit und daher werden die meisten großen Bauvorhaben in diese verkehrsärmere Zeit gelegt“, so der Verkehrsexperte.
Problemfall Wochenende
In der Ferien steige allerdings die Verkehrsbelastung auf den Autobahnen gerade an den Wochenenden, insbesondere an den Freitagen, stark an, sodass es zu Auslastungsspitzen kommen könne. „Aufgrund des Reiseverkehrs von und zu den ostfriesischen Inseln und in die Niederlande kann es im Bereich der Baustelle auf der A 31 zwischen Leer-West und dem Dreieck Leer zu erhöhter Staugefahr kommen“, sagt er.
Außerdem bestehe im Bereich der A28 Leer Richtung Oldenburg zwischen Oldenburg-Wechloy und Oldenburg-West ebenfalls Staugefahr. Hier ist die Fahrbahn aufgrund von Fahrbahnerneuerungsarbeiten in beiden Richtungen auf einen Fahrstreifen verengt. Darüber hinaus ist der Abzweig der A28 im Bereich des Autobahndreiecks Oldenburg-West aus südlicher Richtung gesperrt, so der ADAC.
„Um möglichst gut durch einen Stau zu kommen, empfehlen wir die Reise an Werktagen durchzuführen. Lässt sich die Rückreise an Wochenenden nicht vermeiden, sollte die Fahrt in den Morgenstunden begonnen werden“, sagt Ankewitz. Der ADAC rät außerdem dazu, sich im Vorfeld über die aktuelle Verkehrslage zu informieren, gegebenenfalls Alternativrouten einzuplanen und während der Fahrt den Verkehrsfunk eingeschaltet zu lassen.