Revival-Party in Jübberde Ehemalige DJs lassen 80er und 90er Jahre wieder aufleben
Dauerwellen, bunte Klamotten und Gute-Laune-Musik: An die 80er und 90er Jahre erinnern sich viele gerne zurück. Drei ehemalige DJs haben von ihrer Disco-Zeit und einer geplanten Revival-Party erzählt.
Uplengen - Man sagt, Mode wird alle dreißig Jahre wieder modern. Dass das stimmt, zeigt eine aktuelle Entwicklung, die in den sozialen Medien zu sehen ist: Klamotten und Musik der 80er und 90er Jahre feiern bei jungen Leuten zurzeit ein großes Comeback. In vielen Kleiderschränken finden sich wieder Schlaghosen aus Cord. Junge Frauen kaufen sich Lockenwickler, für möglichst voluminöse Frisuren und sogar den Vokuhila-Schnitt und Schnauzbärte sieht man immer öfter. Videos, die auf sozialen Netzwerken hochgeladen werden, sind oft untermalt mit Liedern von Queen, Madonna oder Nirvana. Die Faszination, die diese beiden Jahrzehnte auf die Jugend haben, wundert drei ehemalige DJs aus dieser Zeit nicht im Geringsten.
Was und warum
Darum geht es: Drei ehemalige DJs erzählen von ihren Erinnerungen an die Disco-Zeit in den 80er und 90er Jahren.
Vor allem interessant für: Musikliebhaber und alle, die gerne in Erinnerungen schwelgen
Deshalb berichten wir: Bald findet in Uplengen eine 80er und 90er Party statt. Die Autorin erreichen Sie unter: r.heinig@zgo.de
Wenn Gerhard Oltmanns, Ulrich de Buhr und Uwe Dirks an die 80er und 90er Jahre denken, haben sie vor allem einen Gedanken: Disco. Denn die drei Männer sorgten zu dieser Zeit in einer damaligen Kult-Diskothek namens Black Jack in Klein-Remels mit ihren Platten und CDs regelmäßig für gute Stimmung. Sie denken aber auch an die Besucherinnen und Besucher. Menschen, die einfach nur eine gute Zeit haben wollten, in bunten, glitzernden Klamotten und mit wilden, möglichst voluminösen Frisuren. So war die Dauerwelle die häufigste Frisur bei den Frauen. Und wenn ein Mann etwas auf sich hielt, trug er natürlich den Vokuhila, dem sogar ein Song von den Ärzten gewidmet wurde.
Teenie-Disco und „Songverhörer“
Doch nicht nur was Mode angeht, ist die Zeit den DJs in Erinnerung geblieben. „Für mich bedeuten die 80er Freiheit. Das war eine unbeschwerte Zeit. Wir hatten Freiheiten, die die Generation vor uns noch nicht hatte und konnten das tun, worauf wir Lust hatten. Wir waren jung und wir waren rebellisch“, sagt Oltmanns. Die Disco sei für junge Menschen eine Art – mit Zigarettenqualm vernebelter – Zufluchtsort gewesen: „Man hatte ja keine eigene Wohnung. Also hat man sich im Black Jack getroffen. Das war ein zweites Zuhause“, sagt er. Auch die gängigen Gefährte waren damals ein Ausdruck eben dieser Freiheit. Noch heute hat Oltmanns die Mofas, mit denen der Parkplatz vom Black Jack während der Sonntagsdisco für Teenager vollgestellt war, vor Augen. „Mit so einem Teil bin auch ich zur Arbeit gefahren“, sagt Dirks.
Auch Musik war ein großes Thema, kein Wunder also, dass die Hits von damals auch heute noch beliebt sind. Wer kennt sie nicht, die zahlreichen „Songverhörer“, wegen der schlechten Tonqualität, die die Platten damals noch hatten. So versteht man im Lied „You Sexy Thing“ von der Band Hot Chocolate aus dem Jahr 1975 anstatt „I believe in miracles“ schnell „I believe in Mirco“. Was man sich heutzutage kaum noch vorstellen kann, sei damals gang und gäbe gewesen. „Früher war die Musik vor allem zum Tanzen da. Um gute Laune zu kriegen. Heute müssen Lieder immer einen tieferen Hintergrund haben“, meint de Buhr. Insgesamt sei die Zeit unbeschwerter gewesen. „Alles war ein bisschen langsamer. Kassetten mussten, wenn man sie gehört hatte, mühselig mit dem Bleistift zurückgespult werden. Man hat sich noch die Zeit genommen, seine Lieblingslieder aufzunehmen und seiner Liebsten eine Kassette zu schenken. Heute ist das gar nicht mehr denkbar. Alles geht auf Knopfdruck“, so Oltmanns.
Die alte Zeit zum Leben erwecken
Ein jähes Ende nahm die Karriere der drei DJs im Black Jack im Jahr 2001, als das Black Jack nach 21 Jahren geschlossen wurde. Die Betreiber konnten damals keinen Nachfolger finden. „Man hat natürlich gehofft, dass doch noch irgendwann wieder geöffnet wird“, sagt de Buhr. Diese Hoffnung wurde jedoch im September 2004 zunichtegemacht. Nach jahrelangem Leerstand brannte das Gebäude fast vollständig ab. „Uns fehlt die Zeit heute immer noch“, so de Buhr.
Damit die Erinnerung an diese Zeit erhalten bleibt, findet seit 2005 alle drei Jahre eine Black-Jack-Revival-Party statt. „Wir wollen damit für einen Abend die guten alten Zeiten der 80er und 90er wieder aufleben lassen. Das ist wie ein riesiges Familientreffen mit mehreren Generationen“, erzählt de Buhr. Zur ersten Auflage seien etwa 4,5 Tausend Menschen gekommen. In diesem Jahr ist es am Samstag, 27. August, wieder so weit. „Die Leute sehnen sich nach der unbeschwerten Zeit und verbinden die Party mit ihrer Jugend“, so Oltmanns. Gespielt werde deshalb auch ausschließlich Musik aus den 80er und 90er Jahren.
Veranstaltungsort ist der Uplengener Waschpark. Los geht es um 20 Uhr. Tickets kosten im Vorverkauf acht Euro und an der Abendkasse zehn Euro. „Von dem Geld behalten wir nichts für uns, wir machen das ehrenamtlich. Die Einnahmen gehen an die Kinder- und Jugendfeuerwehr der Gemeinde Uplengen“, so de Buhr.