Eiserne Hochzeit in Brinkum Beim Kino kreuzten sich erstmals ihre Blicke
Annemarie und Gerard Witt lernten sich in Remels bei Kino kennen. Für sie stand fest, dass sie ihn gerne zum Freund hätte. An diesem Mittwoch feiert das Ehepaar seine eiserne Hochzeit.
Brinkum - Es war bei einem der sonntäglichen Kinonachmittage im Kleihauersaal in Remels, als sich die Blicke von Annemarie Braje und Gerhard Witt das erste Mal kreuzten. Sie habe schnell ein Auge auf den schicken Gerhard geworfen und ihrer Freundin gesagt, „de much ik wall as Fründ heem“, erinnert sie sich. An diesem Mittwoch feiern die Brinkumer das Fest der eisernen Hochzeit.
Bei einer Tanzveranstaltung „up Stern“ in Schwerinsdorf forderte Gerhard Witt, der im März 1937 in Freds in Pommern geboren wurde, sie zum Tanz auf. Annemarie, die im Februar 1938 in Nordgeorgsfehn das Licht der Welt erblickte, und er gaben sich gut zwei Jahre später vor dem Standesamt in Hesel das Jawort. Pastor Johannes Hill traute sie in der Kirche.
Garten ist ein schmuckes Blumenparadies
Ihre erste gemeinsame Wohnung fand das Ehepaar Witt bei ihrer Mutter, bis man das Haus in Brinkum bauen konnte. Vier Kinder, drei Jungs und ein Mädchen wuchsen dort auf. Mittlerweile gehören die Schwiegerkinder, elf Enkel und fünfzehn Urenkel zu der großen Familie.
Aus dem großen Garten, der früher als Nutzgarten bearbeitet wurde, ist heute ein schmuckes Blumenparadies rund um Haus geworden, das besonders Gerhard Witt in sehenswerten Zustand hält.
Zuletzt bei Logaer Maschinenbau gearbeitet
Gerhard Witt hatte es durch die Kriegswirren nach Ostfriesland verschlagen. Nach der Schulzeit war er bei der Torfgewinnung in Wiesmoor beschäftigt, konnte dann später in Leer bei den Olympia-Werken arbeiten. Nach deren Schließung arbeitete er noch bis zu seiner Rente 15 Jahre lang bei Logaer Maschinenbau.
Annemarie blieb nach der Schulzeit erst im elterlichen Haushalt und war mehr als 20 Jahre lang in der Schule Westergaste als Reinigungskraft tätig. Mit 53 Jahren muss sie aus gesundheitlichen Gründen aufhören.
Gerne zurück nach Hause gekommen
Die Jubilare haben viele Reisen unternommen, mal weiter weg mit dem Flugzeug, aber gerne auch in Deutschland. Dennoch freuten sie sich immer auf ihr Zuhause in Brinkum – frei nach dem Spruch, der in ihrem Flur hängt: „Es ist keine Villa, es ist nur ein Haus, doch ich bin zufrieden und das macht es aus!“
An ihrem Ehrentag gibt es zunächst einen Dankgottesdienst. Im Anschluss wird mit der Familie sowie Nachbarn und Freunden gefeiert.