Seeltersk Besondere Zugehörigkeit
Beim Friesentreffen im Mai auf Helgoland entstand zwischen Friesen aus Ost, West und Nord ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl. Henk Wolf kennt das aus seiner Jugend – als er ins Saterland fuhr.
Im Mai trafen sich die Volkstanzgruppe Saterland und ich auf Helgoland mit vielen Tänzern, Musikern und Besuchern, die alle eine gemeinsame Eigenschaft hatten: sie bezeichneten sich als Friesen. Für einige war es eine Selbstverständlichkeit, eine friesische Sprache zu sprechen – dies galt an erster Stelle für die niederländischen Friesen. Für andere war die Sprache gar kein Thema – darunter die meisten Ostfriesen. Doch gibt es immer wieder neue Menschen, die genügend Gemeinsamkeiten finden, um sich an friesischen Treffen wie der Helgolandfahrt zu beteiligen.
Zur Person
Henk Wolf (geb. 1973) arbeitet als Sprachwissenschaftler für die Rijksuniversiteit Groningen und als wissenschaftlicher Beauftragter für Saterfriesisch bei der Oldenburgischen Landschaft. Er hat ein Büro im Rathaus der Gemeinde Saterland in Ramsloh und schreibt für den GA in einer wöchentlichen Kolumne über Saterfriesisch.
Diesmal war ein Fernsehteam aus Südtirol – der deutschsprachigen Region in Norditalien – dabei, um über die Friesen zu berichten. Wie es so oft der Fall ist, können Außenstehende die eigene Lage erstaunlich zutreffend in Worte fassen. In der Sendung sagte die Reporterin: „Die erlebte Gemeinschaft stärkt die Zugehörigkeit“. Sie sah die Trachten, die Tänze, hörte die Sprachen und spürte, dass die Menschen trotz aller Unterschiede etwas mit auf die Insel genommen hatten: eine regionale Identität, das Gefühl, kein gewöhnlicher Deutscher oder Niederländer zu sein, sondern etwas Besonderes. Dieses Gefühl wurde durch das Treffen immer wieder verstärkt, weil alle es mit einander teilten. Und dadurch wuchs auch die Zugehörigkeit zu der eigenen Gemeinschaft in der Heimat.
Neu war das für mich an sich nicht. Als ich jung war, fuhren meine Freunde und ich auch ins Saterland und nach Nordfriesland, weil es Spaß machte, dort Menschen zu treffen, mit denen wir etwas gemeinsam hatten. Und als wir dann wieder zuhause waren, behielten wir noch Monate lang die Idee, dass wir zwar Niederländer seien, aber keine ganz gewöhnlichen, denn: welche anderen Niederländer können nach Deutschland fahren um dort eine Gruppe zu treffen, mit der man sich automatisch verbunden fühlt?
Dies wollten wir nicht verlieren und es hat unseren Einsatz für die friesische Sprache sicherlich verstärkt.
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Teil eines Sprachbundes
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