Kolumne „Für die Ehre“  Einsatzleiter müssen leiten können

Manuel Goldenstein
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Eine Kolumne von Manuel Goldenstein
| 13.08.2022 11:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Manuel Goldenstein
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Samstags geht es in unserer Kolumne immer ums Ehrenamt. Diesmal geht es darum, was ein Einsatzleiter können muss – und was er lassen sollte.

Einsatzleiter leiten einen Einsatz. „Leiten“ ist der wichtigste Bestandteil dieser Worte! Nicht oft, aber manchmal sieht man, wie einige Einsatzleiter ihre Position verteidigen, sich fast mit anderen Gleich- oder Höherqualifizierten in Diskussionen begeben, weil sie ihrer Aufgabe nicht nachkommen, aber den Rang tragen wollen. Es gibt keinen Streit, allerdings wird unterschwellig auf vorhandene Defizite hingewiesen.

Es ist gut, wenn dies erkannt wird und die Einsatzleitung an eine entsprechend qualifizierte und erfahrene Kraft abgegeben wird. Niemandem nützt es, wenn der Einsatzleiter an einem Strahlrohr steht oder Schere und Spreizer bedient. Effizienz wird in leitenden Positionen erreicht, wenn geleitet wird. Anpacken sieht gut aus, hilft allerdings bei größeren Lagen nicht.

Zur Person

Manuel Goldenstein (41), geboren in Aurich und aufgewachsen in Südbrookmerland, arbeitet eigentlich als Pfleger im Klinikum Emden. Vor allem aber ist er leidenschaftlicher Feuerwehrmann. Er ist Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Aurich und Sprecher des Arbeitskreises Presse- & Öffentlichkeitsarbeit des Feuerwehrverbands Ostfriesland.

Für einige Einsatzleitende ist das Vergraben in praktische Arbeiten eine gute Fassade, um sich vor der Truppe gut darzustellen, allerdings finden leitende Aufgaben in der Regel im Hintergrund statt. Keiner sieht, was in unseren Einsatzleitwagen passiert und gelegentlich werden Sprüche gerissen, die klingen, als wenn gegen eine Partei gewettert wird.

PDCA ist eine wichtige Aufgabe bei Einätzen, die unbedingt erfolgen sollte. Planen (Plan), Durchführen (Do), Prüfen (Check) und Handeln (Act) helfen bei der Optimierung der Arbeit eines Einsatzleiters. Glücklicherweise übernehmen diese Aufgaben auch übergeordnete Einsatzkräfte.

Optimierung schaffen wir durch Fortschritt! Dazu gehört es, Aufgaben an Fachleute oder erfahrenere Einsatzkräfte abzugeben. Finden wir aber nicht auch sonst im Leben diese Menschen? Stetig! Hauptsache, ich stehe im Vordergrund durch die Position, die ich besetzte. Das ist doch völliger Bullshit. Stärker ist es doch, wenn ich sage, was ich nicht kann, es an die Menschen abgebe, die es können und ich den Bereich übernehme, den ich beherrsche. Wir alle müssen überlegen, was wir können und was nicht. Weniger ist manchmal mehr.

Kontakt: kolumne@zgo.de

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