Algen-Alarm  Werden Badeseen im Landkreis Leer bald gesperrt?

Tatjana Gettkowski
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Von Tatjana Gettkowski
| 11.08.2022 15:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Sommerliche Temperaturen locken derzeit viele Besucher an den Badesee Holtgaste. Foto: Wolters
Sommerliche Temperaturen locken derzeit viele Besucher an den Badesee Holtgaste. Foto: Wolters
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Wer lieber in einem natürlichen Gewässer als im überfüllten Freibad schwimmen geht, sollte sich vorab über die Badestelle informieren. Heißes Wetter kann sich negativ auf die Wasserqualität auswirken.

Rheiderland - Bei den heißen Temperaturen der vergangenen Tage sehnen sich viele vor allem nach einem: einer Erfrischung im kühlen Nass. Vielerorts ist es aber nicht ganz ungefährlich, sich in die Fluten zu stürzen. Gesundheitsämter in Niedersachsen haben in den vergangenen Tagen bereits für acht Badegewässer ein Badeverbot ausgesprochen. Der Grund: gesundheitsgefährdende Blaualgen.

Was und warum

Darum geht es: Aktuell müssen Badegäsgte an den 13 offiziellen Badestellen im Landkreis Leer, keine Gesundheitsgefährdung durch Blaualgen fürchten. Das kann sich aber durchaus ändern.

Vor allem interessant für: alle, die sich nicht im Freibad, sondern lieber an natürlichen Badestellen erfrischen wollen.

Deshalb berichten wir: Niedersächsische Gesundheitsämter haben bereits für zahlreiche Seen Badeverbote wegen gesundheitsgefährdender Blaualgen ausgesprochen. Wir beleuchten die Situation der Gewässer im Landkreis Leer.

Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de

„Derzeit darf an allen offiziellen Badestellen im Landkreis Leer gebadet werden“, betont Landkreissprecher Philipp Koenen. Auch im Badesee Holtgaste kann man derzeit noch bedenkenlos schwimmen gehen. Bislang wurde dort kein Vorkommen von Algen festgestellt. Das kann sich aber noch ändern, wie Beispiele in der Region zeigen.

Die Wasserqualität im Badesee in Holtgaste ist ausgezeichnet. Foto: Wolters
Die Wasserqualität im Badesee in Holtgaste ist ausgezeichnet. Foto: Wolters

Ein Badeverbot gibt es am Badesee in Greetsiel und am Zwischenahner Meer zwar noch nicht, aber es besteht hier laut Badegewässeratlas aktuell bereits eine Blaualgen-Entwicklung. Bei anhaltend warmem Wetter sei damit zu rechnen, dass es zu Algen-Ansammlungen an der Badestelle komme. Es wird schon jetzt dazu geraten, dort lieber nicht zu baden.

Kommunen entscheiden über Badeverbote

„Das Gesundheitsamt spricht in der Regel keine Badeverbote aus, sondern warnt vor Gesundheitsgefahren und berät die Eigentümer der Badeseen, wie beispielsweise Kommunen“, erklärt Philipp Koenen. Die Eigentümer könnten dann selbst entscheiden, ob sie das Baden verbieten oder einschränken wollten. Laut Koenen sei das in den zurückliegenden Jahren erst zweimal der Fall gewesen. Um die Badegäste zu informieren, hat das Gesundheitsamt erstmals in diesem Jahr an den offiziellen Badestellen Hinweisschilder mit Informationen zur Badestelle und zur Badegewässerqualität aufgestellt.

Der Badesee Holtgaste ist wegen des seicht abfallenden Ufers und der Bewachung durch Rettungsschwimmer bei Familien mit Kindern beliebt. Foto: Wolters
Der Badesee Holtgaste ist wegen des seicht abfallenden Ufers und der Bewachung durch Rettungsschwimmer bei Familien mit Kindern beliebt. Foto: Wolters

Ab Mitte Mai, mit Beginn der Badesaison, findet eine regelmäßige Überprüfung der Badewasserqualität statt. „Alle zwei Wochen nimmt das Gesundheitsamt Leer Proben von den 13 offiziellen Badestellen im Landkreis Leer“, so der Landkreissprecher. Dabei wird das Wasser bakteriologisch auf zwei Keimarten „Intestinale Enterokokken“ und „Escherichia coli“ untersucht.

Trübes Wasser muss nicht verschmutzt sein

Um Blaualgen in einem Gewässer festzustellen, braucht es allerdings keine Laboruntersuchung, sondern nur ein geschultes Auge. „Seen werden anhand der Sichttiefe auf das Vorkommen von Blaualgen geprüft, die beim Verschlucken gesundheitliche Beschwerden hervorrufen können.“ Die Transparenz ist nicht zwingend ein Hinweis darauf auf gute oder schlechte Wasserqualität, sondern meist eher ein wichtiges ästhetisches Merkmal. Wenn das Wasser nicht ganz klar ist, muss es nicht zwangsläufig verschmutzt sein. Hinter Eintrübungen oder Verfärbungen können auch ganz natürliche Gründe stecken. So hat mooriges Wasser eine rötlich-braune Einfärbung.

Am Kiosk am Badesee in Holtgaste kann man Erfrischungen bekommen. Foto: Wolters
Am Kiosk am Badesee in Holtgaste kann man Erfrischungen bekommen. Foto: Wolters

In den vergangenen Jahren haben nach Auskunft des Landkreises die Untersuchungen gezeigt, dass fast alle Badestellen im Kreisgebiet über sehr gute Wasserqualität verfügen. Auf die Badestelle „Bohrinsel Dyksterhusen“ trifft das allerdings nicht immer zu. Aktuell wird die Wasserqualität vom Landkreis Leer aber als gut klassifiziert. Die Badestelle, an der bei Hochwasser Surfen und Schwimmen möglich ist, unterliegt hygienischen Schwankungen, beispielsweise durch Aufstauen der Ems für Schiffsüberführungen oder durch starke Regenfälle, die zu Abschwemmungen von landwirtschaftlichen Flächen führen. Im Probenzeitraum schwankten die Ergebnisse erheblich, jedoch gab es keine Grenzwertüberschreitungen.

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