Krieg in Europa Wem gehört die Krim?
Die Krim ist massiv umkämpft. Möglicherweise ist es der Ukraine gelungen, dort einen russischen Stützpunkt anzugreifen. Beide Staaten erheben Anspruch auf die Halbinsel, doch wer ist im Recht?
Wem gehört eigentlich die Krim? Diese Frage ist ein Kernpunkt des Ukraine-Krieges. Schon seit Jahrhunderten hat die Schwarzmeer-Halbinsel eine militärisch und strategisch große Bedeutung für die Machtposition Russlands. Dass die Krim in der jüngsten Geschichte auch mal Teil der Ukraine war, ist ein historischer Zufall: 1954 übergab der damalige Generalsekretär der kommunistischen Partei, Nikita Chruschtschow – selbst Ukrainer –, die Krim an die ukrainische Sowjetrepublik. Nach dem Zerfall der Sowjetunion gehörte die Krim dann zum Staat Ukraine.
Möglicherweise ist der Ukraine nun ein Angriff auf die russische Krim-Luftwaffenbasis gelungen, was einem symbolischen Schlag gegen den Feind und einer Schmach für Russland gleich käme. Dies wäre vergleichbar mit dem Versenken des Kreuzers „Moskwa“, dem Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, im April.
Der Kreml-Chef wird das nicht so stehen lassen. Wladimir Putin sieht die Krim als ureigenstes Staatsgebiet an, wie auch die Annexion 2014 zeigt, die der Auftakt für den Ukraine-Konflikt war. Man darf davon ausgehen, dass Putin zu allem bereit ist. Er wird die Krim niemals der Ukraine überlassen – das sollte auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erkennen. Ein Friedensschluss ohne Einigung über die Krim ist nicht denkbar – und derzeit wohl noch in weiter Ferne.